Bahn & ÖPNV
Nahverkehr wächst, Fernverkehr schrumpft: Das zeigen die neuen Zahlen
Destatis hat die Fahrgastzahlen für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht. Sie zeigen ein geteiltes Bild zwischen Bus, Bahn und Fernverkehr.

Von D247 Redaktion ·
Millionen Pendler steigen inzwischen täglich in Bus und Bahn – doch beim Blick auf die bundesweite Bilanz zeigt sich ein geteiltes Bild. Während der Nahverkehr weiter zulegt, verliert eine andere Verkehrsart spürbar an Fahrgästen. Die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, wie groß der Unterschied inzwischen ausfällt.
Wie viele Menschen fahren heute mit Bus und Bahn?
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) nutzten im ersten Halbjahr 2026 rund 5,7 Milliarden Fahrgäste den öffentlichen Nahverkehr in Deutschland. Das entspricht einem Plus von 2 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Busse verzeichneten mit 2,7 Milliarden Fahrgästen ebenfalls ein Plus von 2 Prozent. Straßenbahnen kamen auf rund 2 Milliarden Fahrgäste, der Eisenbahnnahverkehr auf 1,4 Milliarden Fahrgäste, beide mit einem Plus von 1 Prozent.
Welche Rolle spielt das Deutschlandticket?
Das Deutschlandticket gilt seit seiner Einführung im Mai 2023 als wichtiger Treiber für die steigenden Fahrgastzahlen im Nahverkehr. Seit Januar 2026 kostet es 63 Euro im Monat und ist monatlich kündbar. Aktuell nutzen rund 14,5 Millionen Menschen das Ticket. Destatis weist allerdings darauf hin, dass sich das Wachstum deutlich verlangsamt hat: Im ersten Halbjahr 2024 legte der Nahverkehr noch um 6 Prozent zu, im ersten Halbjahr 2025 waren es nur noch 1 Prozent.
Warum verliert der Fernverkehr Fahrgäste?
Ein ganz anderes Bild zeigt sich beim Fernverkehr. Dort zählte Destatis im ersten Halbjahr 2026 rund 75 Millionen Fahrgäste, ein Rückgang von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders Fernzüge verloren Fahrgäste, mit einem Minus von 3 Prozent auf 69 Millionen Reisende. Fernbusse dagegen legten um 10 Prozent auf 5,4 Millionen Fahrgäste zu und profitieren offenbar von ihrem günstigeren Preis gegenüber der Bahn.
Die Statistiker sprechen inzwischen von zwei Märkten, die sich in gegensätzliche Richtungen entwickeln. Während das Deutschlandticket den Nahverkehr über Jahre hinweg gestärkt hat, fehlt dem Fernverkehr ein vergleichbar günstiges und einheitliches Angebot, das neue Kundschaft anziehen könnte. Der Zuwachs bei Fernbussen bei gleichzeitigem Rückgang bei Fernzügen deutet darauf hin, dass der Preisunterschied für einen Teil der Reisenden inzwischen den Ausschlag gibt.
Für den öffentlichen Nahverkehr bedeuten die Zahlen zunächst eine gute Nachricht: Trotz des abgeflachten Wachstums bleibt das Niveau drei Jahre nach Einführung des Deutschlandtickets stabil hoch, nachdem der erste große Umstiegs-Schub direkt nach dem Start bereits 2024 mit plus 6 Prozent verbucht wurde. Die Zahlen von Destatis liefern damit erstmals einen belastbaren Halbjahresvergleich für die Zeit nach der größten Umstellungsphase.
Das sollten Sie jetzt wissen
- Der Nahverkehr wuchs im ersten Halbjahr 2026 um 2 Prozent auf 5,7 Milliarden Fahrgäste.
- Rund 14,5 Millionen Menschen nutzen aktuell das 63-Euro-Deutschlandticket.
- Der Fernverkehr verlor im gleichen Zeitraum 2 Prozent, vor allem bei Fernzügen.
- Fernbusse gewannen dagegen 10 Prozent mehr Fahrgäste hinzu.
- Die Zahlen stammen vom Statistischen Bundesamt und beziehen sich auf das erste Halbjahr 2026.
Ob sich der Trend im zweiten Halbjahr fortsetzt, dürfte auch von künftigen Preisentscheidungen beim Deutschlandticket und im Fernverkehr abhängen.
Quellen
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.
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