Bahn & ÖPNV
Bahnstrecke Berlin-Hannover: Vollsperrung hat begonnen
Ab Freitag beginnt die Generalsanierung zwischen Lehrte und Berlin. Fahrgäste zwischen Berlin und Hannover müssen über Monate mit deutlich längeren Fahrzeiten rechnen.

Von D247 Redaktion · · aktualisiert
Update, 2. Oktober: Die Vollsperrung ist jetzt tatsächlich gestartet. Die Deutsche Bahn hat den offiziellen Beginn der Generalsanierung bestätigt und neue Details zu Ersatzverkehr und Bauumfang genannt.
Millionen Bahnreisende zwischen Berlin und Hannover müssen sich seit diesem Freitag auf spürbar längere Fahrzeiten einstellen. Grund ist eine große Baumaßnahme, die eine der wichtigsten Fernverkehrsstrecken Deutschlands über Jahre verändert. Wie viele Minuten genau auf der Strecke dazukommen, steht jetzt fest.
Was passiert seit Freitag auf der Strecke?
Die Deutsche Bahn beginnt am 2. Oktober mit der sogenannten Generalsanierung des Abschnitts Lehrte–Berlin. Betroffen ist damit der zentrale Korridor zwischen Hannover und der Hauptstadt, über den täglich zahlreiche ICE- und IC-Züge fahren. Für die erste Bauphase wird der Abschnitt zwischen Fallersleben und Berlin-Spandau komplett gesperrt.
Reisende zwischen den beiden Großstädten müssen deshalb mit Umleitungen rechnen. Auch Fahrgäste auf internationalen Verbindungen zwischen Amsterdam und Berlin sind betroffen, ihre Züge fahren während der Bauzeit über Hamburg.
Warum die Strecke überhaupt saniert wird
Die Verbindung zwischen Hannover und Berlin gehört zu den am stärksten befahrenen Fernverkehrsachsen des Landes. Nach Jahrzehnten im Betrieb sind Gleise, Oberleitungen und Technik an vielen Stellen verschlissen. Die Bahn bündelt die nötigen Arbeiten deshalb in einer sogenannten Generalsanierung, bei der die Strecke für längere Zeit am Stück gesperrt wird, statt über Jahre verteilt in vielen einzelnen Wochenend-Baustellen zu arbeiten.
Dieses Modell hat die Bahn bereits auf anderen Hochleistungskorridoren angewendet. Kritiker bemängeln dabei regelmäßig, dass die tatsächlichen Fahrzeitverluste für Pendler und Geschäftsreisende oft höher ausfallen als zunächst angekündigt.
Ein wichtiger Grund für die ungewöhnlich lange Sperrdauer liegt bei Stendal: Dort wird die sogenannte Betonfahrbahn erneuert. Anders als beim klassischen Schotterbett liegen die Schienen hier fest auf einer Betonplatte auf. Das hält zwar bis zu 60 Jahre ohne größere Wartung, lässt sich aber im laufenden Betrieb nicht reparieren, wenn der Belag marode ist. Insgesamt werden auf dem Abschnitt Hunderte Kilometer Weichen, Gleise und Oberleitungen erneuert sowie rund zwei Dutzend Bahnhöfe modernisiert. „Das ist eine gewaltige Aufgabe, aber eine Investition, die sich auszahlt: für mehr Qualität, Zuverlässigkeit und Stabilität auf einer der vielbefahrensten Ost-West-Bahnverbindungen Deutschlands“, erklärte der Programmleiter der Generalsanierung bei der Bahn-Tochter DB InfraGo, Wolfgang Weinhold.
Vor der Sperrung fuhren auf dem Abschnitt täglich mehr als 400 Nah- und Fernverkehrszüge sowie rund 90 Güterzüge. Auch der Regionalverkehr ist betroffen: Regionalzüge zwischen Nauen und Stendal fahren nun über Wittenberge, wer von Stendal weiter nach Wolfsburg will, muss auf Ersatzbusse umsteigen.
Der Streitpunkt: Wie lange dauert es wirklich länger?
Normalerweise benötigt ein ICE zwischen Berlin Hauptbahnhof und Hannover Hauptbahnhof rund 100 Minuten. Mit den Umleitungen während der Bauzeit wird daraus ein deutlich längerer Reiseweg. Die Bahn selbst spricht von spürbaren Zusatzzeiten, die sich über die verschiedenen Bauphasen bis Ende 2027 ziehen.
Konkret bedeutet das: Reisende müssen zwischen Berlin und Hannover mit 60 bis 80 Minuten zusätzlicher Fahrzeit rechnen. Aus den bisher rund 100 Minuten werden damit je nach Bauphase und Verbindung Fahrten von bis zu drei Stunden. In der ersten Phase bis zum 12. Dezember 2026 gilt die Vollsperrung zwischen Fallersleben und Berlin-Spandau. Danach, von Dezember 2026 bis Oktober 2027, fahren Fernzüge Richtung Hannover über Wolfsburg, während Verbindungen Richtung Berlin weiterhin über eine Umleitung via Magdeburg geführt werden. Die Amsterdam-Berlin-Verbindung über Hamburg verlängert sich um etwa 70 Minuten.
Das sollten Sie jetzt wissen
- Die Bauarbeiten beginnen am 2. Oktober 2026 und dauern in mehreren Phasen bis zum 11. Dezember 2027.
- Rechnen Sie zwischen Berlin und Hannover mit 60 bis 80 Minuten mehr Fahrzeit als bisher.
- Bis zum 12. Dezember 2026 ist der Abschnitt Fallersleben–Berlin-Spandau komplett gesperrt.
- Auch die Verbindung Amsterdam–Berlin ist betroffen und läuft übergangsweise über Hamburg.
- Prüfen Sie vor der Reise die aktuelle Verbindung in der App oder am Schalter, da sich Umstiege und Anschlüsse ändern können.
Nach Abschluss aller Bauphasen Ende 2027 soll die Strecke technisch erneuert sein und wieder mit den gewohnten Fahrzeiten befahren werden können. Bis dahin müssen sich Reisende auf der Achse Berlin–Hannover auf einen längeren Fahrplan einstellen.
Quellen
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.
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