Bahn & ÖPNV
Tarifdschungel im Nahverkehr: Das fordern Verbraucherschützer jetzt
Die Verbraucherzentralen wollen den Tarifwirrwarr im Nahverkehr beenden und schlagen bundesweit nur noch fünf einheitliche Ticketarten vor.

Von D247 Redaktion ·
Zonentarife, Wabenmodelle, Kurzstrecken- und Übergangstarife: Wer nur gelegentlich Bus oder Bahn fährt, verzweifelt in Deutschland oft schon beim Ticketkauf. Die Verbraucherzentralen haben jetzt einen Vorschlag vorgelegt, der diesen Tarifdschungel radikal vereinfachen soll.
Was stört Fahrgäste am aktuellen System?
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen kritisiert, dass Gelegenheitsnutzer im öffentlichen Nahverkehr weiterhin auf einen unübersichtlichen Flickenteppich aus Verbundgrenzen, Tarifzonen und Ticketangeboten treffen. Das Deutschlandticket habe zwar für Abonnenten vieles vereinfacht, doch wer nur ab und zu Bus oder Bahn nutzt, muss sich weiterhin durch komplizierte Tarifsysteme kämpfen, die von Verkehrsverbund zu Verkehrsverbund unterschiedlich aufgebaut sind.
Wie sah der Tarifdschungel bisher aus?
In den meisten der gut 50 deutschen Verkehrsverbünde richtet sich der Ticketpreis nach der Zahl der durchquerten Tarifzonen oder Waben. Für ortsfremde Fahrgäste ist im Vorfeld einer Fahrt oft kaum abzuschätzen, welche Zone sie durchqueren und welches Ticket sie deshalb überhaupt benötigen. Die Verbraucherzentralen sehen genau darin ein zentrales Hindernis, das Menschen vom Umstieg auf Bus und Bahn abhält.
Was schlagen die Verbraucherschützer als Lösung vor?
Die Verbandschefin Ramona Pop brachte dazu sinngemäß auf den Punkt, dass Fahrgäste in ganz Deutschland ein Tarifsystem brauchen, das überall nach denselben Regeln funktioniert. Statt Zonen oder Kilometern soll künftig allein die Fahrzeit über den Preis entscheiden, weil Reisende ihre ungefähre Fahrtdauer meist besser einschätzen können als die Zahl der Tarifgrenzen, die sie unterwegs passieren.
So soll das neue Preismodell aussehen
Konkret fordert der Verband, das heutige Wirrwarr an Ticketarten bundesweit auf nur noch fünf Kategorien zu reduzieren: Fahrscheine für 15, 30, 60 und 120 Minuten sowie ein Tagesticket für 24 Stunden. Jede Fahrt würde damit unabhängig vom gewählten Verkehrsverbund nach demselben, leicht verständlichen Zeitprinzip abgerechnet.
Das sollten Sie jetzt wissen
- Die Verbraucherzentralen fordern bundesweit nur noch fünf einheitliche Ticketarten für Bus und Bahn.
- Der Preis soll sich künftig nach der Fahrzeit richten, nicht mehr nach Tarifzonen oder Waben.
- Vorgeschlagen sind Tickets für 15, 30, 60 und 120 Minuten sowie ein 24-Stunden-Ticket.
- Das Deutschlandticket bleibt von der Forderung unberührt, sie betrifft vor allem Einzelfahrten.
- Betroffen wären vor allem Gelegenheitsnutzer, die bislang von komplizierten Verbundtarifen abgeschreckt werden.
Ob und wann Verkehrsverbünde und Länder den Vorschlag aufgreifen, ist bislang offen. Die Verbraucherzentralen wollen mit der Forderung nun in die politische Debatte um die Zukunft des Nahverkehrs einsteigen.
Quellen
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.
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