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BaFin warnt vor ELTIF-Fonds: Diese Risiken drohen Privatanlegern jetzt

Schon ab wenigen Euro können Privatanleger in ELTIF-Fonds investieren. Die Finanzaufsicht Bafin warnt jetzt vor Liquiditäts- und Kostenrisiken dieser Anlageform.

Schreibtisch mit Finanzunterlagen und Börsenchart, Symbolbild
Symbolbild (KI-generiert)

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Schon ab wenigen Euro im Monat können Privatanleger heute in Fonds investieren, die früher nur Profis offenstanden. Die Finanzaufsicht Bafin warnt nun ausdrücklich vor den Risiken dieser sogenannten ELTIF-Fonds. Wie hoch das Verlustrisiko für Kleinanleger tatsächlich ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen.

Was sind ELTIF-Fonds überhaupt?

ELTIF steht für European Long-Term Investment Fund. Die Fonds investieren langfristig in Sachwerte wie Wind- und Solarparks, Infrastrukturprojekte, nicht börsennotierte Unternehmen oder Kreditfonds. Seit die Mindestanlagesumme 2024 abgeschafft wurde, sind Einstiege teils schon ab 25 Euro im Monat möglich, einzelne Anbieter werben sogar mit einem Euro Mindesteinsatz. Zum 31. Juli 2026 gab es bereits 315 ELTIFs auf dem deutschen Markt, 49 davon kamen allein in diesem Jahr hinzu.

Warum schlägt die Bafin gerade jetzt Alarm?

Bafin-Chef Mark Branson warnte öffentlich vor der wachsenden Verbreitung illiquider Produkte unter Privatanlegern. Anlageformen wie Private Debt und Private Equity würden zunehmend an Privatkunden vermarktet, obwohl bestimmte Anlageklassen aus guten Gründen bislang professionellen Investoren vorbehalten gewesen seien. Die Aufsicht nimmt deshalb verstärkt auch mittelbare Beteiligungen an solchen Fonds ins Visier.

Wo liegen die konkreten Fallstricke für Kleinanleger?

Verbraucherschützer nennen mehrere Risiken: Ein Ausstieg ist oft nur zu bestimmten Terminen möglich oder gar nicht, geschlossene ELTIFs laufen bis zu 30 Jahre. Hinzu kommen Ausgabeaufschläge von bis zu 5 Prozent, laufende Kosten von teils über 2,5 Prozent sowie Erfolgsbeteiligungen von bis zu 1,71 Prozent. Weil ein Fonds meist nur in wenige Anlagen investiert, fällt die Streuung deutlich geringer aus als bei einem breit gestreuten ETF. Mehrere ELTIFs mussten Auszahlungen bereits vorübergehend aussetzen oder wurden nach kurzer Zeit ganz eingestellt.

Kritiker wie der Dachfonds-Berater Thomas Weinmann bemängeln zudem, dass Anleger ihr Kapital bei vielen ELTIFs sofort komplett einzahlen müssen, während in Prospekten oft zweistellige Renditen in Aussicht gestellt werden. Realistisch seien nach Einschätzung von Branchenkennern eher 6 bis maximal 10 Prozent pro Jahr.

Dass die Liquiditätsrisiken keine Theorie sind, zeigen mehrere Fälle aus jüngerer Zeit: Der Fonds Greenman Open musste Auszahlungen im Dezember 2025 vorübergehend stoppen. Das Moonfare Private Markets Portfolio I sowie der Hep Solar Invest Eltif wurden bereits nach wenigen Monaten am Markt wieder eingestellt. Solche sogenannten Gating-Mechanismen erlauben es Fondsgesellschaften, Rückgaben bei hoher Nachfrage zeitweise auszusetzen – Anleger kommen dann nicht wie gewohnt an ihr Geld.

Das sollten Sie jetzt wissen

  • Verbraucherzentralen halten ELTIFs für Vermögensaufbau und Altersvorsorge von Privatanlegern grundsätzlich für ungeeignet.
  • Wer dennoch investiert, sollte laut Expertenempfehlung höchstens 5 Prozent des Gesamtvermögens einsetzen.
  • Nutzen Sie nur Kapital, auf das Sie kurz- und mittelfristig sicher nicht angewiesen sind, da ein Ausstieg oft jahrelang nicht möglich ist.
  • Prüfen Sie Ausgabeaufschläge, laufende Kosten und Erfolgsbeteiligungen genau, bevor Sie zeichnen.
  • Seien Sie skeptisch bei zweistelligen Renditeversprechen in Verkaufsprospekten.

Ob die Bafin die angekündigten schärferen Kontrollen bei mittelbaren Beteiligungen an Spezialfonds bald umsetzt, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.