Bank & Sparen
Bezahlen ab 2027: Kartenzahlung wird Pflicht, Bargeld bekommt neue Grenze
Geschäfte müssen ab 2027 digitale Zahlmöglichkeiten anbieten, zusätzlich greift ab Juli 2027 eine EU-Obergrenze von 10.000 Euro für große Bargeschäfte.

Von D247 Redaktion ·
Beim Bezahlen ändert sich 2027 einiges: Geschäfte müssen künftig neben Bargeld auch eine digitale Zahlmöglichkeit anbieten, gleichzeitig kommt europaweit eine neue Obergrenze für große Bar-Geschäfte. Betroffen sind praktisch alle, die vor Ort einkaufen oder verkaufen.
Was das Finanzministerium plant
Das Bundesfinanzministerium unter Lars Klingbeil hat am 11. September 2026 Eckpunkte vorgelegt, nach denen jedes Unternehmen, das vor Ort kassiert, künftig mindestens eine digitale Bezahlmöglichkeit zusätzlich zum Bargeld anbieten muss. Betroffen wären der stationäre Einzelhandel, Restaurants, Handwerksbetriebe und zahlreiche weitere Dienstleister. Ausgenommen bleiben nicht-kommerzielle Einrichtungen wie Sportvereine oder gemeinnützige Organisationen.
Welches digitale Verfahren die Betriebe anbieten, bleibt ihnen grundsätzlich selbst überlassen – von Girocard über Kreditkarte bis zu Smartphone oder Smartwatch. Nach den bekannten Eckpunkten soll aber mindestens ein europäisches Zahlverfahren akzeptiert werden. Die Eckpunkte durchlaufen nun die Abstimmung mit anderen Ministerien, danach soll noch in diesem Jahr ein Gesetzentwurf folgen, über den Bundestag und Bundesrat entscheiden müssen.
Zusätzlich: EU-Grenze für große Bar-Geschäfte ab Juli 2027
Unabhängig davon tritt am 10. Juli 2027 eine neue EU-weite Obergrenze für Bargeldzahlungen in Kraft, geregelt in der europäischen Geldwäscheverordnung (EU) 2024/1624. Sie betrifft ausschließlich Geschäfte, bei denen mindestens eine Seite gewerblich handelt, etwa beim Autokauf, bei Handwerkerrechnungen oder im Möbelhaus. Mehr als 10.000 Euro dürfen solche Beträge dann nicht mehr bar bezahlt oder angenommen werden.
Schon ab 3.000 Euro gelten zudem Identifizierungspflichten: Händler und Dienstleister müssen Kundinnen und Kunden bei größeren Bargeschäften ausweisen lassen. Private Verkäufe zwischen Privatpersonen, etwa ein Gebrauchtwagen von Person zu Person, fallen nicht unter die neue Grenze. Die neue Obergrenze richtet sich gegen Geldwäsche – erst kürzlich hatten Ermittler bei einer Großrazzia gegen Geldwäsche in NRW erhebliches Vermögen sichergestellt.
Was bedeutet das für Verbraucher und Betriebe?
- Wer bar bezahlen möchte, kann das weiterhin tun – der Koalitionsvertrag hält ausdrücklich fest, dass Bargeld als Zahlungsform erhalten bleibt.
- Geschäfte, die bislang nur Bargeld akzeptieren, müssen sich mittelfristig auf eine Kartenzahlungspflicht einstellen.
- Größere Bargeschäfte über 10.000 Euro mit gewerblicher Beteiligung sind ab Juli 2027 schlicht nicht mehr möglich.
- Bei Bargeschäften ab 3.000 Euro müssen Kundinnen und Kunden künftig ihren Ausweis zeigen.
- Für kleinere, private Geschäfte zwischen Privatleuten ändert sich nichts.
Kritik aus dem Handel
Der Handelsverband Deutschland hält die geplante Pflicht zur digitalen Zahlmöglichkeit für unnötig und verweist auf Kosten und bürokratischen Aufwand: Händler müssten für Kartenzahlungen technische Systeme bereithalten und je nach Anbieter Gebühren zahlen. Verbraucherschützer begründen die Pflicht dagegen damit, dass es bislang noch Läden mit Hinweisen wie „nur Bargeld“ oder „Kartenzahlung erst ab 10 Euro“ gebe, die Kundinnen und Kunden unnötig einschränkten. Reine Bargeldbetriebe sind zudem steuerlich auffällig: Dem Staat entgehen dadurch Schätzungen zufolge jährlich mehrere Milliarden Euro an Steuereinnahmen.
Was passiert als Nächstes?
Zur Bezahlpflicht wird zunächst der Gesetzentwurf erwartet, über den anschließend Bundestag und Bundesrat entscheiden. Die EU-Bargeldobergrenze ist bereits beschlossen und muss ab dem 10. Juli 2027 angewendet werden. Bis dahin bleibt Zeit, sich auf die neuen Regeln einzustellen – ähnlich wie bei der Steuerreform 2027 betreffen auch diese Änderungen praktisch jeden Haushalt in Deutschland.
Quellen
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.
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