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Bank & Sparen

EZB erhöht Leitzins: So wenig geben Sparkassen an Kunden weiter

Die EZB hat die Leitzinsen erneut angehoben. Bei vielen Sparkassen-Kunden kommt davon aber kaum etwas an – ein Zahlenvergleich zeigt, wie groß die Lücke wirklich ist.

Symbolbild: Sparkasse-Schalter mit Sparschwein und Euromünzen
Symbolbild (KI-generiert)

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Millionen Sparer in Deutschland hoffen nach der jüngsten Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank auf mehr Ertrag für ihr Erspartes. Die Notenbank hat die Leitzinsen erneut angehoben. Wie viel davon tatsächlich auf dem eigenen Tagesgeldkonto ankommt, überrascht jedoch viele Kunden.

Was hat die EZB beschlossen?

Der EZB-Rat hat am 10. September 2026 beschlossen, die maßgeblichen Leitzinsen um jeweils 0,25 Prozentpunkte anzuheben. Seit dem 16. September liegt der Einlagenzins bei 2,50 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent und die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 2,90 Prozent. Für Sparerinnen und Sparer war das ein Hoffnungssignal, denn steigende Leitzinsen gelten eigentlich als gutes Zeichen für Tagesgeld- und Festgeldkonten. Es war bereits die zweite Anhebung in diesem Jahr: Schon am 11. Juni 2026 hatte die EZB den Einlagenzins von 2,0 auf 2,25 Prozent erhöht, ehe im September der nächste Schritt auf 2,50 Prozent folgte.

Warum kommt bei vielen Kunden so wenig an?

Ein Blick auf die Praxis zeigt ein anderes Bild. Zum Stichtag 15. September zahlten Sparkassen im Durchschnitt lediglich 0,46 Prozent Zinsen auf Tagesgeld, Genossenschaftsbanken kamen auf 0,53 Prozent. Überregionale Banken lagen mit durchschnittlich 1,40 Prozent deutlich darüber. Auch beim einjährigen Festgeld zeigt sich ein ähnliches Muster: Sparkassen zahlen im Mittel 2,03 Prozent, Genossenschaftsbanken 2,11 Prozent und überregionale Banken 2,45 Prozent. Das Vergleichsportal Biallo bestätigte den Trend bereits vor der jüngsten Zinsentscheidung: Frühere Erhöhungen der EZB seien bei den Banken vor Ort kaum angekommen.

Wie groß ist der Unterschied zur Inflation?

Der Abstand zwischen Leitzins und Kontozins wiegt umso schwerer, weil die Inflation im Euroraum im August 2026 bei 3,2 Prozent lag. Wer sein Geld bei einer Sparkasse zu 0,46 Prozent auf dem Tagesgeldkonto liegen lässt, verliert unterm Strich also weiterhin real an Kaufkraft. Regionale Institute begründen die zurückhaltende Weitergabe meist mit geringerem Wettbewerbsdruck und stabilen Einlagenbeständen, während überregionale Direktbanken um jeden Neukunden konkurrieren müssen.

Wer aktiv vergleicht, findet deutlich höhere Angebote. Einzelne Institute locken Neukunden mit befristeten Aktionszinsen von bis zu 4,25 Prozent, etwa Revolut und die estnische Bigbank. Diese Konditionen gelten aber meist nur für wenige Monate und oft nur bis zu einer bestimmten Anlagesumme. Nach Ablauf der Aktionsphase fällt der Zins in der Regel wieder auf das reguläre, niedrigere Niveau der jeweiligen Bank zurück. Selbst innerhalb der Sparkassen-Familie gibt es dabei Unterschiede: Die Sparkasse Hannover bot Neukunden zuletzt für die ersten vier Monate 2,7 Prozent auf Guthaben zwischen 5.000 und 500.000 Euro an – deutlich mehr als der bundesweite Sparkassen-Durchschnitt von 0,46 Prozent.

Das sollten Sie jetzt wissen

  • Sparkassen zahlten Mitte September im Schnitt nur 0,46 Prozent Tagesgeldzins, überregionale Banken 1,40 Prozent.
  • Aktionszinsen von bis zu 4,25 Prozent sind meist zeitlich befristet und an eine Höchstsumme gekoppelt.
  • Beim einjährigen Festgeld liegen die Institute mit 2,03 bis 2,45 Prozent näher beieinander.
  • Die Inflation von 3,2 Prozent im Euroraum frisst bei niedrig verzinsten Konten einen Teil der Kaufkraft auf.
  • Ein Vergleich vor der Verlängerung eines Tagesgeld- oder Festgeldvertrags lohnt sich meist mehrfach im Jahr.

Ob die EZB ihren Kurs bei der nächsten Sitzung fortsetzt, dürfte weiter Einfluss auf die Konditionen von Banken und Sparkassen haben.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.