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Neuer Schufa-Score: Diese Formel bleibt weiter geheim
Seit März 2026 zeigt die Schufa ihren Score offen an. Doch ein zentraler Teil der Berechnung bleibt trotz Reform unter Verschluss.

Von D247 Redaktion · · aktualisiert
Seit März 2026 zeigt die Schufa ihren Score erstmals offen im Kundenkonto an – kostenlos und auf einer neuen Punkteskala. Millionen Verbraucher sollten damit endlich nachvollziehen können, wie ihre Kreditwürdigkeit zustande kommt. Doch ein zentraler Teil der Formel bleibt bis heute unter Verschluss – und eine aktuelle Umfrage zeigt: Die meisten nutzen das neue Angebot ohnehin nicht.
Was hat sich beim Schufa-Score wirklich geändert?
Die Auskunftei hat ihr System grundlegend vereinfacht. Statt bislang rund 250 Merkmalen fließen nur noch zwölf Kriterien in die Berechnung ein, darunter das Alter der ältesten Kreditkarte und frühere Zahlungsstörungen. Statt einer Prozentangabe gibt es nun eine Punkteskala von 100 bis 999.
Verbraucher können ihren Wert seit dem 17. März 2026 direkt im persönlichen Schufa-Konto einsehen, inklusive eines Erklärungstools, das zeigen soll, wie einzelne Punkte zustande kommen.
Warum die Reform überhaupt kam
Jahrelang hatten Verbraucherschützer die Schufa als „Blackbox“ bezeichnet, weil niemand von außen nachvollziehen konnte, wie sich ein einzelner Score-Wert zusammensetzt. Auch ein auf Datenschutz spezialisierter Jurist der Organisation noyb kritisierte öffentlich, dass Unternehmen Daten eigentlich sofort, kostenlos und transparent bereitstellen müssten – aus seiner Sicht ein Widerspruch zur bisherigen Geschäftspraxis der Auskunfteien.
Der Druck von Verbraucherseite und die neue Offenlegungspflicht führten letztlich zu der im Dezember 2025 angekündigten Reform, die im März 2026 in Kraft trat.
Der Streitpunkt: Reform mit Lücke
Trotz der sichtbaren zwölf Kriterien bleibt ausgerechnet der Kern der Berechnung geheim. Die genaue Gewichtung der einzelnen Faktoren sowie die zugrunde liegende mathematische Formel gelten weiterhin als nicht vollständig offengelegtes Geschäftsgeheimnis. Verbraucher erkennen zwar über Punktespannen indirekt gewisse Tendenzen, ein vollständiges Nachrechnen des eigenen Scores bleibt aber unmöglich.
Hinzu kommt: Der Bundesgerichtshof hat sich erst am 18. Dezember 2025 in einem Urteil (Az. I ZR 97/25) mit der Frage befasst, wie lange Auskunfteien Zahlungsdaten überhaupt speichern dürfen – ein Hinweis darauf, dass Speicherfristen und Datenverwertung weiterhin gerichtlich geklärt werden müssen.
Umfrage: Kaum jemand ruft den neuen Score ab
Wie wenig die Reform bei den Verbrauchern bislang ankommt, zeigt eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact im Auftrag des Vergleichsportals Verivox. Danach hat mehr als die Hälfte der Befragten (55,6 Prozent) ihren persönlichen Schufa-Score noch nie abgerufen. Nur etwa 28 Prozent haben sich innerhalb der vergangenen drei Jahre überhaupt mit ihrer Bonitätsbewertung befasst. Und selbst unter denjenigen, die sich damit beschäftigt haben, versteht laut Umfrage nur jeder Zehnte einigermaßen zutreffend, wie der Score berechnet wird.
Die Zahlen verdeutlichen ein Problem, das über die Schufa hinausreicht: Mehr Transparenz auf dem Papier nützt Verbrauchern wenig, wenn sie das Angebot gar nicht nutzen oder die Erklärungen nicht verstehen.
Was bedeutet das für Betroffene?
- Der neue Score ist seit dem 17. März 2026 kostenlos im persönlichen Schufa-Konto einsehbar.
- Nur noch zwölf statt rund 250 Kriterien fließen in die Berechnung ein.
- Die genaue Gewichtung der Kriterien bleibt ein Geschäftsgeheimnis der Schufa.
- Mehr als jeder Zweite hat seinen Score laut Verivox-Umfrage noch nie abgerufen – dabei lohnt sich ein Blick etwa vor größeren Anschaffungen wie einem Kredit oder einer Mietwohnung.
- Bei falschen Einträgen müssen Verbraucher selbst Widerspruch einlegen und Korrekturen anstoßen.
Was passiert als Nächstes?
Ob der Gesetzgeber Auskunfteien künftig zu einer vollständigen Offenlegung ihrer Berechnungsformel verpflichtet, ist derzeit offen. Verbraucherschützer fordern das seit Jahren, bislang ohne gesetzliche Konsequenz.
Quellen
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.
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