Bank & Sparen
Tagesgeld nach der Zinswende: Diese Banken zahlen jetzt bis 3,5 Prozent
Die EZB hat die Leitzinsen erneut angehoben, erste Banken erhöhen ihre Tagesgeldzinsen. Welche Angebote sich lohnen – und wo der Haken steckt.

Von D247 Redaktion ·
Die Europäische Zentralbank hat die Zinsen erneut angehoben – und die ersten Banken ziehen beim Tagesgeld nach. Für Sparer lohnt sich jetzt ein genauer Blick aufs eigene Konto. Denn hinter hohen Lockzinsen stecken oft Bedingungen, die den Ertrag schmälern.
Was hat die EZB beschlossen?
Am 10. September 2026 erhöhte die EZB alle drei Leitzinsen um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Für Sparer zählt vor allem der Einlagesatz. Er liegt seit dem 16. September bei 2,50 Prozent. Der Hauptrefinanzierungssatz steigt auf 2,65 Prozent, der Spitzenrefinanzierungssatz auf 2,90 Prozent.
Es ist bereits die zweite Erhöhung in diesem Jahr. Den ersten Schritt hatte die Notenbank im Juni gemacht.
Doch wie viel kommt bei Sparern an?
Der Durchschnitt ist ernüchternd. Laut Tagesgeld-Index des Portals Biallo zahlen Banken bei einer Anlage von 10.000 Euro im Schnitt 1,73 Prozent. Das liegt deutlich unter dem neuen Einlagesatz der EZB.
Mehr bieten einzelne Institute, die rund um die Zinssitzung ihre Konditionen verbessert haben. Allerdings meist nur für begrenzte Zeit und oft nur für neue Kunden.
Welche Banken jetzt vorn liegen
Drei aktuelle Beispiele zeigen die Spanne:
- Volkswagen Bank: 3,50 Prozent seit dem 8. September, garantiert für sechs Monate, nur für Neukunden. Danach gilt ein Basiszins von 1,00 Prozent.
- Postbank: 3,20 Prozent vom 1. November 2026 bis 30. April 2027 für Neukunden oder neues Geld ab 2.500 Euro. Danach 0,75 Prozent.
- Grenke Bank: 3,00 Prozent seit dem 16. September für drei Monate, für neue und bestehende Kunden. Danach 2,00 Prozent Basiszins.
Alle drei Banken gehören der deutschen Einlagensicherung an. Guthaben bis 100.000 Euro pro Person sind damit gesetzlich geschützt.
Wer sein Geld bei der Hausbank zu einem niedrigen Zins liegen hat, verschenkt bares Geld. Ein Tagesgeldkonto bei einer anderen Bank lässt sich meist online in wenigen Minuten eröffnen. Das Girokonto kann dabei bleiben, wo es ist – das Tagesgeld dient nur als Parkplatz für die Ersparnisse.
Welches Angebot rechnet sich am Ende?
Das hängt davon ab, wie lange Sie das Geld liegen lassen und wie oft Sie wechseln wollen. Wer nur ein halbes Jahr parkt, fährt mit der Volkswagen Bank am besten. Wer das Konto länger nutzen will, ohne ständig umzuziehen, liegt eher bei Grenke richtig: Der Aktionszins ist niedriger, der Basiszins danach aber doppelt so hoch.
Ein einfaches Rechenbeispiel: 10.000 Euro bringen bei 3,5 Prozent über sechs Monate rund 175 Euro Zinsen vor Steuern. Beim Durchschnittszins von 1,73 Prozent wären es nur etwa 87 Euro.
Das sollten Sie jetzt wissen
- Achten Sie neben dem Aktionszins immer auf dessen Dauer und den Basiszins danach.
- Prüfen Sie, ob das Angebot nur für Neukunden oder auch für Bestandskunden gilt.
- Notieren Sie sich das Ende der Zinsgarantie, um rechtzeitig reagieren zu können.
- Erteilen Sie einen Freistellungsauftrag, damit Zinsen bis zum Sparerpauschbetrag steuerfrei bleiben.
- Bleiben Sie pro Bank unter 100.000 Euro, wenn Sie den vollen gesetzlichen Schutz wollen.
Die nächste Zinssitzung der EZB entscheidet, ob die Sparzinsen weiter steigen. Bis dahin dürften weitere Banken ihre Angebote anpassen.
Quellen
ADAC Finanzdienste startet Tagesgeldkonto: 3,5 Prozent für drei Monate
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