Rente
Rentenreform verschoben: Merz erwartet Umsetzung erst Frühjahr 2027
Kanzler Merz rechnet nicht mehr mit einer Rentenreform zum 1. Januar 2027 – das Paket soll erst im Frühjahr stehen.

Von D247 Redaktion · · aktualisiert
Update, 9. Oktober 2026, 17:50 Uhr: Die Rentenreform verzögert sich nun offiziell über den Jahreswechsel hinaus. Nach einem dpa-Bericht vom heutigen Freitag rechnet Bundeskanzler Friedrich Merz nicht mehr damit, dass das Gesetz wie ursprünglich geplant zum 1. Januar 2027 in Kraft tritt. Merz strebt laut Regierungs- und Kanzleramtskreisen bis Weihnachten nur noch einen Kabinettsbeschluss an, Bundestag und Bundesrat sollen erst Anfang 2027 entscheiden. Bei einer Veranstaltung von „Handelsblatt“ und „WirtschaftsWoche“ sagte Merz, das Reformpaket solle im Frühjahr 2027 „in trockenen Tüchern“ sein. Ein verbindliches Datum für das Inkrafttreten der neuen Regeln nannte er damit nicht. Hauptstreitpunkt bleibt die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren, zu der Arbeitsministerin Bas weiterhin an einem Entwurf mit möglichen Ausnahmen arbeitet.
In der Koalition gibt es neuen Streit um die Rentenreform. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verlangt von Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD), zügig einen Gesetzentwurf vorzulegen. Das Gesetz solle noch bis zum Jahresende vom Bundestag beschlossen werden, sagte Reiche der „Bild am Sonntag“.
Update, 8. Oktober 2026, 08:55 Uhr: In der Koalition kristallisieren sich inzwischen drei konkrete Kompromissmodelle für die Rente mit 63 heraus. Laut einem Bericht der „WirtschaftsWoche“ werden diskutiert: mehr nötige Beitragsjahre (46 oder 47 statt 45), eine geringere Anrechnung von Erziehungszeiten sowie eine Begrenzung des abschlagsfreien Ruhestands auf einzelne Berufsgruppen mit besonders belastender Arbeit, etwa im Handwerk. CDU-Fraktionschef Thorsten Frei verlangte zudem ausdrücklich eine Härtefallregelung für die Abschaffung. Ein fertiger Gesetzentwurf liegt weiterhin nicht vor.
Details: Streit um die Rente mit 63
Reiche wirft der SPD-Spitze vor, die Umsetzung der Reform zu verzögern. Sie erinnerte daran, dass Bas den gemeinsamen Koalitionsbeschluss vor der Sommerpause selbst mitverhandelt und das Ergebnis der Rentenkommission ausdrücklich gewürdigt habe. Im Kern geht es um die sogenannte Rente mit 63 – die Möglichkeit, nach 45 Beitragsjahren ohne Abschläge in den Ruhestand zu gehen. Teile der SPD-Spitze lehnen Einschränkungen bei dieser Regelung ab, besonders für jüngere Jahrgänge.
Reiche stellte klar, dass sie ein nachträgliches Aufweichen der Kommissionsempfehlungen nicht mittragen werde: Ein „Aufweichen und grundsätzlich Bausteine herauszunehmen“ könne nicht ihre Zustimmung finden. Über mögliche Härtefallregelungen für einzelne Gruppen sei dagegen zu sprechen.
Was bedeutet das für Betroffene?
- Wer heute bereits 45 Beitragsjahre erreicht hat oder kurz davorsteht, ist von einer möglichen Änderung voraussichtlich nicht betroffen – Übergangsregelungen für rentennahe Jahrgänge gelten als wahrscheinlich.
- Jüngere Beschäftigte müssen sich darauf einstellen, dass der abschlagsfreie Renteneintritt nach 45 Jahren künftig enger gefasst oder zeitlich gestreckt werden könnte.
- Eine endgültige gesetzliche Regelung gibt es bislang nicht – Reiches Forderung ist eine politische Ansage, kein Beschluss.
Was passiert als Nächstes?
Bas muss nun den Gesetzentwurf vorlegen, über den anschließend Bundestag und Bundesrat beraten. Reiche setzt mit der Jahresend-Frist die SPD unter Druck, ohne dass bislang ein konkreter Termin für die erste Lesung im Bundestag feststeht. Der Bundesrechnungshof hatte zuvor gewarnt, dass das Rentenpaket der Koalition bis 2040 rund 210 Milliarden Euro kosten könnte – ein Argument, das den Streit um einzelne Reformbausteine zusätzlich befeuert.
Quellen
- Tagesspiegel
- ad-hoc-news.de (dpa-AFX)
- deutschland-247.de: Bundesrechnungshof zu den Kosten des Rentenpakets
- deutschland-247.de: Was die Rentenkommission plant
- deutschland-247.de: Rentenerhöhung 2027
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.
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