Rückrufe & Warnungen
VW-Rückruf: Konzern wusste schon 2024 von Lenkungsproblem
Eine korrodierende Schraube am Lenkgetriebe kann bei mehreren VW- und Audi-Modellen zum Problem werden. Welche Baujahre betroffen sind und was Halter jetzt tun müssen.

Von D247 Redaktion · · aktualisiert
Update, 3. Oktober 2026, Nachmittag: Nach Recherchen des Tagesspiegel wusste Volkswagen bereits seit Oktober 2024 von dem korrosionsanfälligen Bauteil – zum Rückruf kam es aber erst rund zwei Jahre später, im September 2026. Details dazu im Abschnitt „Wusste VW schon 2024 Bescheid?“.
Update, 3. Oktober 2026: Der Rückruf wegen der korrosionsanfälligen Lenkgetriebe-Schraube ist deutlich gewachsen. Zu Volkswagen und Audi sind inzwischen auch Seat und Škoda hinzugekommen. Insgesamt sind in Deutschland damit knapp eine Million Fahrzeuge betroffen.
Volkswagen und Audi riefen bereits Ende September rund 954.000 Fahrzeuge zurück. Weltweit sind inzwischen rund 4,64 Millionen Autos der vier Konzernmarken betroffen. Der Grund liegt tief im Fahrwerk – und kann im schlimmsten Fall die Lenkfähigkeit kosten.
Wusste VW schon 2024 Bescheid?
Nach Recherchen des Tagesspiegel war der erste Fall einer korrodierten Befestigungsschraube am Lenkgetriebe bereits im Oktober 2024 aktenkundig. Erst im September 2026 stufte Volkswagen den Mangel als sicherheitsrelevant ein und entschied sich zum Rückruf. Zwischen dem ersten bekannten Fall und der Rückrufentscheidung liegen damit knapp zwei Jahre.
Ein VW-Sprecher erklärte dazu, dass es unter bestimmten Umweltbedingungen und nach Jahren im Einsatz mit Streusalzkontakt zu Korrosion an einer Befestigungsschraube des Lenksystems kommen könne. Das Unternehmen betont, dass zunächst nur wenige Einzelfälle aufgetreten seien und bislang keine Personenschäden bekannt sind. Die US-Verkehrsbehörde NHTSA geht davon aus, dass nur etwa ein Prozent der betroffenen Fahrzeuge den Defekt tatsächlich aufweist.
Was ist bei den betroffenen Autos das Problem?
Im Zentrum des Rückrufs steht eine Befestigungsschraube am Lenkgetriebe. Sie verbindet die Zahnstangenlenkung mit dem Achsträger vorne am Fahrzeug. Über die Lebensdauer eines Autos kann Feuchtigkeit in den Bereich der Schraube eindringen. In Verbindung mit Sauerstoff und Streusalzresten kann sich dort Korrosion bilden, die laut Rückrufbegründung den Werkstoffquerschnitt der Schraube schwächt. Unter wiederholter hoher Belastung, etwa beim langsamen Rangieren und Einparken, kann der Schraubenkopf abreißen.
Welche Modelle sind jetzt betroffen?
- Volkswagen: Golf, Golf Variant, Tiguan, Touran und Caddy, Baujahre 24. September 2013 bis 1. Juli 2024 (KBA-Referenz 17016R).
- Audi: Q3, Baujahre 31. Oktober 2017 bis 23. Mai 2024 (KBA-Referenz 17014R).
- Seat: Ateca und Tarraco, Baujahre April 2016 bis September 2024, rund 43.574 Fahrzeuge in Deutschland (KBA-Referenz 17017R).
- Škoda (neu): Kodiaq, Karoq, Octavia und Superb, Baujahre November 2015 bis August 2026, rund 370.347 Fahrzeuge in Deutschland und etwa 1,72 Millionen weltweit (KBA-Referenz 17091R).
Wie groß ist das Risiko wirklich?
Bislang sind nach Herstellerangaben keine Sach- oder Personenschäden durch das Problem bekannt geworden. Dennoch stuft das Kraftfahrt-Bundesamt die Rückrufe als sicherheitsrelevant ein, weil ein Lenkungsausfall im Extremfall das Unfallrisiko deutlich erhöht.
Was bedeutet das für betroffene Halter?
- Prüfen Sie anhand der Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) bei Ihrer Werkstatt oder beim Hersteller, ob Ihr Auto betroffen ist.
- Warten Sie auf die offizielle Anschreiben des Herstellers oder vereinbaren Sie vorab einen Werkstatttermin.
- Die Schraube wird kostenlos durch eine korrosionsbeständigere Version ersetzt, teils sind dafür zwei Werkstattbesuche nötig.
- Bei ungewöhnlichen Geräuschen oder schwergängiger Lenkung sollten Sie nicht weiterfahren.
Was passiert als Nächstes?
Volkswagen, Audi, Seat und Škoda wollen die betroffenen Fahrzeuge schrittweise in die Werkstätten holen. Wer noch keine Post erhalten hat, kann sich vorab bei seiner Vertragswerkstatt nach dem eigenen Fahrzeug erkundigen. Angesichts der zweijährigen Vorlaufzeit zwischen erstem bekannten Fall und Rückruf dürfte sich auch das Kraftfahrt-Bundesamt für den genauen Zeitablauf bei Volkswagen interessieren.
Quellen
- ADAC
- inFranken.de
- autohaus.de
- Tagesspiegel
- heise online
- ZDFheute
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.
Bitcoin-Steuer: Klingbeils Plan zur Abschaffung der Haltefrist 2027
ePA: Nur 1,4 Prozent widersprechen der Datenweitergabe an Forscher
THG-Quote 2027: Warum die Prämie für E-Auto-Halter jetzt steigen könnte
Dubiose Rechnungen: Verbraucherzentrale warnt vor Astrolonova und Co.
Restschuldversicherung: EuGH kippt Zinsen auf Versicherungsprämie
Rentenfaktor-Kürzung: Verbraucherzentrale verklagt zwei weitere Versicherer
Fans in großer Sorge um Sarah Connor: „Brauchen dich lebend“
EU-Gericht setzt klare Grenzen: Alkoholfreier „Gin“ darf nicht einfach „Gin“ heißen
Polar-Kälte stürzt auf Deutschland: Wo Schnee fällt, wo es glatt wird – Jetzt kommt die Winterpeitsche!
Koalition am Scheideweg: Karin Prien fordert Verschiebung der Abstimmung im Rentenstreit
Europäische Staaten lehnen US-Friedensplan ab: Sorge vor politischen und wirtschaftlichen Folgen