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Strom & Gas

Gasspeicher verfehlen Vorgabe: Nur 57,9 Prozent zum Stichtag 1. Oktober

Die deutschen Gasspeicher sind für die Jahreszeit ungewöhnlich leer. Die Regierung dreht an einer Stellschraube – und für Haushalte stellt sich die Preisfrage.

Gaszähler und Gastherme in einem Heizungskeller
Symbolbild (KI-generiert)

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Update, 1. Oktober: Gesetzlich mussten die deutschen Gasspeicher an diesem Stichtag zu 80 Prozent gefüllt sein. Tatsächlich erreicht wurden nach Angaben der Bundesnetzagentur nur rund 57,9 Prozent, das entspricht etwa 143,4 Terawattstunden Gas. Die Behörde bezeichnet die Entwicklung als „sehr ernst“, sieht die Versorgungssicherheit aber weiterhin als gegeben an: Das Risiko einer angespannten Gasversorgung sei nach aktuellem Kenntnisstand gering. Ein vergleichsweise niedriger Speicherstand zum Ende des Winters sei aber wahrscheinlich.

Der Winter rückt näher, und die deutschen Gasspeicher sind so leer wie seit Beginn der Aufzeichnungen nicht mehr zu dieser Jahreszeit. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will nun gegensteuern. Für Millionen Haushalte mit Gasheizung geht es um zwei Fragen: Reicht das Gas – und was kostet es?

Wie leer sind die Speicher wirklich?

Nach Angaben des Speicherverbands INES waren die Speicher Anfang September nur zu rund 53 Prozent gefüllt. Das ist der niedrigste Wert zu diesem Zeitpunkt seit 15 Jahren. Ein Jahr zuvor lag der Füllstand noch bei rund 71 Prozent.

Technisch sind bis zum 1. November laut Verband noch etwa 77 Prozent erreichbar. Garantiert ist das aber nicht. Entscheidend sei, ob die Speicherkunden ihre gebuchten Kapazitäten in den nächsten Wochen tatsächlich nutzen. Bei einem normalen Winter würde dieser Stand reichen. Bei extremer Kälte könnten nach Modellrechnungen des Verbands schon im Januar Lücken entstehen.

Warum lagern Händler nicht einfach mehr ein?

Das Problem ist wirtschaftlich. Die Einspeicherung rechnet sich für Händler derzeit nur begrenzt. Bei hohen aktuellen Preisen ist es verlockend, Gas sofort zu verkaufen, statt es für den Winter zu bunkern. Die Großhandelspreise sind in diesem Jahr deutlich gestiegen, auch wegen des Iran-Kriegs.

Die Bundesnetzagentur hatte zuvor versucht, die Sorgen zu dämpfen. Behördenchef Klaus Müller erklärte, schon jetzt liege mehr Gas in den Speichern, als im gesamten letzten Winterhalbjahr entnommen worden sei. Zudem könne Deutschland über die LNG-Terminals an der Küste und Pipelines etwa aus Norwegen zusätzlich Gas beziehen. Ein direkter Vergleich mit früheren Jahren sei deshalb schwierig.

Welchen Hebel zieht die Regierung jetzt?

Einen staatlichen Gaseinkauf wie in der Energiekrise 2022 plant die Bundesregierung nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters nicht. Stattdessen soll eine für den Herbst geplante Ausschreibung sogenannter Long Term Options aufgestockt werden. Um welche Menge, ist noch offen. Zudem sollen die bundeseigenen Konzerne Uniper und Sefe ihre Speichermöglichkeiten stärker ausschöpfen.

Das Prinzip: Der Marktkoordinator Trading Hub Europe zahlt Händlern eine Vergütung dafür, dass sie bestimmte Gasmengen für den Notfall bereithalten. Wird die Option abgerufen, müssen sie liefern. Je größer die Ausschreibung, desto eher lohnt sich das Vorhalten von Gas.

Die Auflösung für Verbraucher ist allerdings weniger beruhigend: Das Vergleichsportal Verivox rechnet mit steigenden Gaspreisen für Haushalte. Als Gründe nennt es die hohen Großhandelspreise, die niedrigen Speicherstände und den nahenden Winter. In Neukundentarifen zeigt sich der Anstieg laut Verbraucherzentrale NRW bereits.

Das sollten Sie jetzt wissen

  • Prüfen Sie Ihren Gasvertrag: Laufzeit, aktueller Arbeitspreis und ob eine Preisgarantie besteht.
  • Eine Preisgarantie deckt oft nur den reinen Gaspreis ab. Netzentgelte, Steuern und Umlagen können trotzdem steigen.
  • In der Grundversorgung können Sie mit zwei Wochen Frist kündigen und wechseln.
  • Rechnen Sie Neukundenboni heraus. Manche Prämien werden erst nach zwölf Monaten ausgezahlt.
  • Sortieren Sie Vergleichsportale nach Gesamtpreis ohne Bonus und schalten Sie Voreinstellungen wie Direktwechsel ab, um mehr Angebote zu sehen.

Bis zum nächsten Stichtag am 1. November, an dem gesetzlich 90 Prozent erreicht sein sollen, wird sich zeigen, ob sich der Rückstand noch verkleinert oder die Lücke zum Vorgabewert weiter wächst.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.