Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat den bundeseigenen Energiekonzern Sefe angewiesen, bis zum 15. Dezember zusätzlich acht Terawattstunden Gas zu beschaffen und einzuspeichern. Grund ist der historisch niedrige Füllstand der deutschen Gasspeicher kurz vor dem Winter. Reiche verteidigte die Entscheidung gegen Kritik und erklärte, einen Gasmangel im Winter erwarte sie nicht.
Details: Warum die Speicher so leer sind
Die deutschen Gasspeicher waren Ende September nur zu rund 57,7 Prozent gefüllt – ein historischer Tiefstand zu diesem Zeitpunkt im Jahr, nachdem sie bereits zum Stichtag 1. Oktober die eigentliche Zielvorgabe verfehlt hatten. Als Grund gilt unter anderem die unsichere geopolitische Lage, die den wirtschaftlichen Anreiz für private Unternehmen senkt, selbst teuer Gas einzuspeichern. Die Großhandelspreise liegen derzeit bei rund 300 Euro pro Megawattstunde und damit weit über dem Niveau von acht Euro vor der Energiekrise.
Anders als während der Energiekrise 2022 soll Sefe nicht „um jeden Preis“ einkaufen, sondern eigenständig über Zeitpunkt und Preis der Käufe entscheiden. Damit soll eine zusätzliche Überhitzung des Marktes vermieden werden. Der Branchenverband BDEW unterstützte die Anweisung: Vor dem Hintergrund der unsicheren geopolitischen Lage und der noch fehlenden strategischen Gasreserve sei der Schritt sinnvoll. Der Gashandelsverband Ines warnte dagegen vor möglichen Engpässen, sollte der Winter besonders kalt ausfallen. Die Bundesregierung räumte zudem ein, dass einige Speicheranlagen technisch nicht mehr vollständig befüllt werden können.
Was bedeutet das für Gaskunden?
- Die zusätzliche Einspeicherung soll die Versorgungssicherheit im Winter erhöhen, ohne dass eine konkrete Preiserhöhung für Verbraucher angekündigt wurde.
- Ein Gasmangel wird nach Einschätzung des Ministeriums derzeit nicht erwartet, solange der Winter nicht außergewöhnlich kalt ausfällt.
- Ab 2027 soll gesetzlich eine strategische Gasreserve aufgebaut werden, um künftig unabhängiger von kurzfristigen Markteinkäufen zu sein.
- Unabhängig von den Speichersorgen waren Strom und Gas zuletzt für viele Haushalte günstiger geworden, auch durch neue Netzentgelte beim Strompreis.
Was passiert als Nächstes?
Bis zum 15. Dezember muss Sefe die zusätzliche Menge beschafft haben. Ob die Füllstände bis dahin deutlich steigen, dürfte auch davon abhängen, wie sich die Großhandelspreise entwickeln. Das Wirtschaftsministerium kündigte an, die Lage weiter zu beobachten und bei Bedarf nachzusteuern. Verbraucher, die mit Gasversorgern über Preiserhöhungen streiten, können sich unterdessen auf aktuelle Gerichtsentscheidungen berufen, etwa die GASAG-Musterklage vor dem BGH.
Quellen
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.