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Strom & Gas

Heizöl weiter extrem teuer: Lohnt sich das Bestellen jetzt noch?

Der Heizölpreis ist zuletzt kräftig gestiegen, am Freitag gab er leicht nach. Was hinter den Preisen steckt und ob sich eine Bestellung jetzt lohnt.

Tankschlauch an einem Einfüllstutzen für Heizöl an einer Hauswand im Herbst
Symbolbild (KI-generiert)

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Wer mit Öl heizt, blickt vor dem Winter mit Sorge auf den Tank. Der Heizölpreis in Deutschland ist in den vergangenen Wochen kräftig gestiegen. Am Freitag gab er leicht nach – doch reicht das schon, um jetzt zu bestellen?

Wie teuer ist Heizöl gerade?

Am Freitag, 18. September 2026, lag der bundesweite Durchschnittspreis beim Vergleichsportal Heizoel24 bei 173,39 Euro je 100 Liter. Das sind 1,29 Prozent weniger als am Vortag. Am Donnerstag hatten andere Portale noch Werte um 178 Euro für die Standardmenge von 3.000 Litern gemeldet.

Für eine volle Lieferung von 3.000 Litern heißt das: Haushalte zahlen derzeit mehr als 5.000 Euro. Die Tagesausschläge liegen bei wenigen Euro je 100 Liter, das Niveau bleibt hoch.

Zum Vergleich: Zwischen Donnerstag und Freitag schwankte der Durchschnittspreis damit um gut vier Euro je 100 Liter. Der Preissprung trifft viele Haushalte genau in der Phase, in der sie ihre Tanks traditionell vor der Heizperiode auffüllen. Wer bislang gewartet hat, steht jetzt unter Druck.

Was treibt die Preise nach oben?

Der wichtigste Grund liegt im Nahen Osten. Die Lage dort hat sich zuletzt ausgeweitet, von der Straße von Hormus bis ans Rote Meer. Die Nordseesorte Brent kostete am Donnerstag rund 104 Dollar je Barrel. Nach einer mehrtägigen Rally gab Rohöl damit um knapp drei Prozent nach.

Hinzu kommen weitere Belastungen. Eine wichtige Ölpipeline in Saudi-Arabien ist teilweise beschädigt, die Reparatur soll rund sechs Wochen dauern. Russische Raffinerien fallen nach Drohnenangriffen aus. Und der Dollar ist stark, was Öl für Käufer im Euroraum zusätzlich verteuert.

Kommt jetzt die Wende?

Danach sieht es nicht aus. Marktbeobachter sprechen zwar von einer leichten Entspannung, weil Saudi-Arabien die Pipeline teilweise wieder in Betrieb nimmt. Eine echte Trendwende sehen die Händlerportale aber nicht. Bei einer Umfrage des Portals Esyoil erwarten 63 Prozent der Teilnehmer weiter steigende Preise.

Was viele nicht wissen: Etwa die Hälfte des Heizölpreises entfällt laut Heizoel24 auf Steuern und Abgaben, etwa Energiesteuer und CO2-Preis. Händler haben deshalb nur wenig Spielraum.

Sollten Sie jetzt bestellen oder warten?

Auf deutlich sinkende Preise vor dem Winter sollten Ölkunden nicht setzen. Die aktuellen Rückgänge sind klein, die Risiken am Ölmarkt bleiben groß. Wer einen fast leeren Tank hat, sollte deshalb nicht spekulieren, sondern den Bedarf für die ersten Wintermonate decken. Wer noch gut gefüllt ist, kann den Markt beobachten und später in Teilmengen nachkaufen.

Das sollten Sie jetzt wissen

  • Vergleichen Sie Angebote für Ihre Postleitzahl – regionale Preise können vom Bundesschnitt abweichen.
  • Nutzen Sie Preisalarme der Vergleichsportale, um kurze Preisdellen zu erwischen.
  • Sammelbestellungen mit Nachbarn können den Literpreis senken.
  • Prüfen Sie vor der Bestellung den Füllstand, damit Sie nicht mehr ordern, als der Tank fasst.
  • Senken Sie den Verbrauch: Schon ein Grad weniger Raumtemperatur spart Heizöl.

Entscheidend für die kommenden Wochen bleiben die Lage im Nahen Osten und die Reparatur der saudischen Pipeline. Beruhigt sich der Rohölmarkt, dürfte auch Heizöl nachgeben.

Quellen