Strom & Gas
Netzentgelte 2027 amtlich: So viel teurer wird der Strom für Sie
Die Übertragungsnetzbetreiber haben die Netzentgelte für 2027 amtlich veröffentlicht: Der Strompreis steigt stärker als zunächst geschätzt.

Von D247 Redaktion · · aktualisiert
Update, 6. Oktober 2026: Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber haben die vorläufigen Netzentgelte für 2027 nun veröffentlicht. Die amtlichen Zahlen bestätigen einen spürbaren Anstieg für Millionen Stromkunden.
Millionen Stromkunden müssen sich 2027 auf höhere Rechnungen einstellen. Grund ist eine Entscheidung im Bundeshaushalt, die zunächst wenig mit dem eigenen Stromzähler zu tun zu haben scheint. Am Ende landet die Rechnung dafür trotzdem bei den Verbrauchern.
Die amtlichen Zahlen für 2027
50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW haben am 1. Oktober die vorläufigen bundeseinheitlichen Netzentgelte für 2027 bekanntgegeben. Das durchschnittliche Netzentgelt auf Höchst- und Umspannungsebene steigt demnach von 2,86 Cent pro Kilowattstunde (2026) auf 3,54 Cent pro Kilowattstunde (2027) – und das nur, weil der Bund weiterhin einen Zuschuss zahlt. Ohne diesen Zuschuss läge der Wert bei 6,52 Cent pro Kilowattstunde, fast drei Cent mehr.
Warum wird Strom 2027 teurer?
Der Bund bezuschusst seit einigen Jahren die Kosten der Übertragungsnetze, um die Netzentgelte für Haushalte zu dämpfen. Dieser Zuschuss stammt aus dem Klima- und Transformationsfonds. Das Bundeskabinett hat Anfang September 2026 einen Zuschuss von 5,525 Milliarden Euro für 2027 beschlossen – nach 6,5 Milliarden Euro im Jahr 2026. Das entspricht einem Rückgang von fast 15 Prozent. Die Netzbetreiber gehen davon aus, dass der Zuschuss in dieser Höhe auch 2028 und 2029 fortgeführt wird.
Fällt ein Teil dieses Zuschusses weg, müssen die Netzbetreiber die entstehende Lücke über die Netzentgelte wieder hereinholen. Diese Entgelte sind Teil des Strompreises, den jeder Haushalt über seine Jahresabrechnung zahlt.
Wichtiger Vorbehalt: Gesetz noch nicht beschlossen
Die veröffentlichten Werte gelten ausdrücklich als vorläufig. Das Gesetz, das den Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten für die Jahre 2027 bis 2029 regeln soll, hat den Bundestag noch nicht passiert. Sollte die gesetzliche Grundlage nicht bis zum 7. Dezember 2026 stehen, müssten die Netzbetreiber die endgültigen Entgelte nach eigenen Angaben entsprechend nach oben korrigieren.
Wer zahlt wie viel drauf?
Die Mehrkosten hängen vom individuellen Verbrauch ab und fallen je nach Netzgebiet unterschiedlich aus. Regionen mit viel eigener Stromerzeugung vor Ort sind weniger auf die Übertragungsnetze angewiesen und dürften daher glimpflicher davonkommen als Gebiete, die stark auf Strom von weiter her angewiesen sind. Auch energieintensive Branchen wie die Stahlindustrie warnen bereits vor zusätzlichen Millionenkosten durch die Kürzung.
Erste Schätzungen von Ende September gingen noch von moderateren Aufschlägen aus: rund 5 Euro mehr im Jahr für Single-Haushalte mit 1.500 Kilowattstunden Verbrauch, etwa 8 Euro für Paare und rund 12 Euro für Familien mit 4.000 Kilowattstunden. Die nun amtlich bestätigten Werte liegen über diesen ersten Schätzungen. Wie stark der eigene Geldbeutel betroffen ist, zeigt sich endgültig erst, wenn auch die regionalen Verteilnetzbetreiber im weiteren Oktober ihre konkreten Tarife für 2027 vorlegen.
Was passiert als Nächstes?
- Die regionalen Verteilnetzbetreiber veröffentlichen im Laufe des Oktobers ihre eigenen, konkreten Netzentgelte für 2027.
- Der Bundestag muss das Gesetz zur Fortführung des Bundeszuschusses noch verabschieden.
- Bleibt die gesetzliche Grundlage bis zum 7. Dezember 2026 aus, drohen weitere Erhöhungen der Entgelte.
- Die endgültigen Netzentgelte für 2027 gelten ab dem 1. Januar 2027.
Quellen
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.
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