Digital & Technik
Falsche Mails von Rentenkasse und Disney+: So erkennen Sie die Masche
Die Verbraucherzentrale warnt vor neuen Phishing-Mails. Betrüger locken mit Geld von der Rentenversicherung und drohen Streaming-Kunden mit Fristen.

Von D247 Redaktion ·
Betrüger verschicken derzeit neue gefälschte E-Mails im Namen bekannter Absender. Die Verbraucherzentrale warnt vor Nachrichten, die angeblich von der Deutschen Rentenversicherung und vom Streamingdienst Disney+ stammen. Die Masche setzt auf Geld und Zeitdruck. Wie hoch der versprochene Betrag ist und woran Sie die Fälschungen erkennen, lesen Sie hier.
Was steht in der falschen Renten-Mail?
Die neueste Warnung stammt vom Freitag, 18. September. Die Mail gibt vor, von der Deutschen Rentenversicherung zu kommen. Im Betreff heißt es sinngemäß, eine Beitragserstattung sei zur Auszahlung freigegeben. Empfänger sollen einen Link anklicken, um sich das Geld zu sichern.
Die Verbraucherzentrale ordnet die Nachricht klar als Phishing ein. Ziel solcher Mails ist es, an persönliche Daten oder Bankverbindungen zu kommen. Wer Fragen zu Beiträgen oder Erstattungen hat, sollte laut Verbraucherzentrale ausschließlich die offiziellen Seiten der Deutschen Rentenversicherung nutzen.
Wie viel Geld versprechen die Betrüger?
Die Mail nennt eine sehr konkrete Summe: 387,44 Euro. Der krumme Betrag soll offenbar echt wirken. Dazu kommt Druck. Laut Mail muss die Auszahlung innerhalb von 30 Tagen beantragt werden, sonst verfalle der Anspruch. Genau diese Kombination aus Geld und Frist ist typisch für Phishing.
Gerade ältere Menschen und Beschäftigte, die auf Nachrichten zur Rente warten, dürften sich angesprochen fühlen. Eine Erstattung klingt verlockend, zumal viele nicht genau wissen, ob ihnen Geld zusteht. Darauf setzen die Absender.
Was steckt hinter der Disney+-Masche?
Nur einen Tag zuvor, am 17. September, warnte die Verbraucherzentrale vor einer zweiten Welle. Hier geht es um eine angeblich fehlgeschlagene Zahlung beim Disney+-Abo. Kunden sollen ihre Zahlungsdaten über einen Link aktualisieren. Der Link sei nur 24 Stunden gültig, behaupten die Absender.
Die Disney+-Masche richtet sich an alle, die ein Streaming-Abo haben oder hatten. Da viele Haushalte gleich mehrere Dienste gebucht haben, verlieren sie leicht den Überblick über Abbuchungen. Eine Mail zu einer gescheiterten Zahlung wirkt deshalb schnell plausibel.
Was viele nicht wissen: Die Täter wechseln ständig die Absender, die Masche bleibt aber gleich. Schon Anfang September kursierten zudem gefälschte Nachrichten im Namen der Steuerplattform ELSTER. Darin wurde ein angeblicher Abgleich von Steuerdaten verlangt.
Was sollten Betroffene jetzt tun?
Die Empfehlung der Verbraucherschützer ist eindeutig. Klicken Sie keine Links an und antworten Sie nicht. Verschieben Sie die Mail unbeantwortet in den Spam-Ordner. Prüfen Sie Ihr Konto oder Abo nur über die offizielle Website oder die App des Anbieters, die Sie selbst aufrufen.
Das sollten Sie jetzt wissen
- Warnsignal Frist: Kurze Fristen wie 24 Stunden oder 30 Tage sollen Sie unter Druck setzen.
- Warnsignal Geld: Unerwartete Erstattungen per Mail sind fast immer ein Köder.
- Absender prüfen: Schauen Sie auf die tatsächliche Mailadresse, nicht nur auf den Namen.
- Schon geklickt? Ändern Sie sofort Passwörter und informieren Sie bei Kontodaten Ihre Bank.
- Informieren: Aktuelle Warnungen listet das Phishing-Radar der Verbraucherzentrale.
Die Verbraucherzentrale aktualisiert ihr Phishing-Radar laufend. Erfahrungsgemäß tauchen solche Mails in abgewandelter Form immer wieder auf.
Quellen
Dubiose Rechnungen: Verbraucherzentrale warnt vor Astrolonova und Co.
Restschuldversicherung: EuGH kippt Zinsen auf Versicherungsprämie
Rentenfaktor-Kürzung: Verbraucherzentrale verklagt zwei weitere Versicherer
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