Digital & Technik
Rekordurteil in den USA: So viel Schadenersatz muss Apple zahlen
Eine Jury in Kalifornien hat Apple im Streit um die Vibrationstechnik von iPhone und Apple Watch zu einer Rekordsumme verurteilt. Der Konzern kündigt Berufung an.

Von D247 Redaktion ·
Ein Bundesgericht in Kalifornien hat Apple in einem Patentstreit um die Vibrationstechnik von iPhone und Apple Watch verurteilt. Betroffen sind potenziell Hunderte Millionen Geräte, die seit Jahren verkauft werden. Wie hoch die Schadenersatzsumme ausfällt, die eine Jury dem Konzern nun auferlegt hat, zeigt sich erst im Verlauf des Verfahrens.
Was ist vor Gericht in San Diego passiert?
Eine siebenköpfige Jury am US-Bezirksgericht für den Süden Kaliforniens in San Diego hat am Freitagnachmittag (Ortszeit) ihr Urteil verkündet. Kläger ist das kalifornische Unternehmen Taction Technology. Es wirft Apple vor, mit der sogenannten Taptic Engine zwei Patente von Taction verletzt zu haben.
Die Taptic Engine erzeugt das haptische Feedback, also das spürbare Vibrieren, in iPhones seit dem Modell 6s sowie in der Apple Watch. Die Jury sah beide Patente als verletzt an, stufte die Verletzung aber nicht als vorsätzlich ein.
Seit wann läuft der Streit zwischen Apple und Taction?
Taction hatte bereits 2021 Klage gegen Apple eingereicht. Ein Richter wies die Klage 2023 zunächst vor einer Verhandlung ab. Im August 2025 kassierte das zuständige Berufungsgericht, der Federal Circuit, diese Entscheidung: Der ursprüngliche Richter habe Sachverständigen-Aussagen zu Unrecht ausgeschlossen und die Patente falsch ausgelegt.
Der eigentliche Prozess begann am 14. September 2026. Die Jury zog sich nach Abschluss der Verhandlung zwei Tage lang zur Beratung zurück, bevor sie am 26. September ihr Urteil verkündete. Finanziert wird Taktions Klage von der auf Prozessfinanzierung spezialisierten Firma Burford Capital, die im Erfolgsfall an der Summe beteiligt wird.
Wie reagiert Apple auf das Urteil?
Apple widerspricht der Entscheidung in beiden Punkten. Der Konzern erklärte, die eigene Taptic Engine funktioniere technisch anders als die Erfindung von Taction und nutze dessen Technologie nicht. Zusätzlich bezeichnete Apple die Berechnung der Schadenssumme als nicht faktenbasiert. Der Konzern kündigte an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.
Aus Sicht von Beobachtern des Verfahrens ist genau dieser Punkt der eigentliche Streitfall: Nicht nur die Frage, ob eine Patentverletzung vorliegt, sondern auch, wie eine Jury eine so hohe Summe überhaupt berechnet.
Am Ende bezifferte die Jury den Schadenersatz auf 5.721.961.750 US-Dollar, umgerechnet rund 5,7 Milliarden Dollar. Damit gilt der Fall als das bislang höchste Patenturteil in der Geschichte der USA. Es übertrifft frühere Rekordfälle wie die Klage von VLSI gegen Intel aus dem Jahr 2021 über 2,18 Milliarden Dollar oder den Streit zwischen Idenix und Gilead 2016 über 2,54 Milliarden Dollar deutlich.
Das sollten Sie jetzt wissen
- Betroffen sind iPhones ab dem Modell 6s sowie alle Modelle der Apple Watch mit Taptic Engine.
- Für Käuferinnen und Käufer ändert sich vorerst nichts: Verkauf und Nutzung der Geräte laufen unverändert weiter.
- Apple hat bereits Berufung angekündigt, das Verfahren kann sich dadurch über Jahre hinziehen.
- Die Jury sah keine vorsätzliche Patentverletzung, was die endgültige Schadenshöhe im Berufungsverfahren noch beeinflussen kann.
- Der Fall zeigt, wie stark spezialisierte Prozessfinanzierer wie Burford Capital inzwischen große US-Patentstreitigkeiten mitsteuern.
Als Nächstes muss Apple offiziell Berufung einlegen. Bis eine endgültige Entscheidung feststeht, dürfte es nach Einschätzung von Prozessbeobachtern noch Jahre dauern.
Quellen
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.
ADAC Finanzdienste startet Tagesgeldkonto: 3,5 Prozent für drei Monate
ADAC-Kindersitztest: Zwei Modelle fallen wegen Gurtschloss-Mangel durch
WhatsApp-Benutzername: Verbraucherzentrale warnt vor Betrugsrisiko
Bankgebühren zurückfordern: Diese Frist endet am 31. Dezember 2026
Heizkosten 2026: Heizöl wird 24 Prozent teurer, Gas sinkt
Steuervorauszahlung: Diese Frist gilt am 10. Dezember 2026
Fans in großer Sorge um Sarah Connor: „Brauchen dich lebend“
Polar-Kälte stürzt auf Deutschland: Wo Schnee fällt, wo es glatt wird – Jetzt kommt die Winterpeitsche!
EU-Gericht setzt klare Grenzen: Alkoholfreier „Gin“ darf nicht einfach „Gin“ heißen
Koalition am Scheideweg: Karin Prien fordert Verschiebung der Abstimmung im Rentenstreit
Europäische Staaten lehnen US-Friedensplan ab: Sorge vor politischen und wirtschaftlichen Folgen