Ernährung
Ernährung 2026: Diese Zahl zeigt, wie teuer gesundes Essen wurde
Lebensmittel sind seit 2020 um 37 Prozent teurer geworden. Trotzdem wollen immer mehr Deutsche bewusster essen – mit einem überraschend günstigen Trick.

Von D247 Redaktion ·
Einkaufen ist für viele Haushalte in den vergangenen Jahren spürbar teurer geworden. Trotzdem wollen immer mehr Deutsche bewusster essen als noch vor einem Jahr. Wie stark beide Trends bereits auseinanderdriften, zeigt ein Blick auf die aktuellen Zahlen.
Wie teuer ist Einkaufen inzwischen wirklich?
Seit Januar 2020 sind die Lebensmittelpreise in Deutschland im Schnitt um 37 Prozent gestiegen. Die allgemeine Inflation lag im selben Zeitraum bei rund 23 Prozent. Beim Essen und Trinken war der Preisauftrieb also deutlich stärker als bei den meisten anderen Ausgaben.
Besonders betroffen sind Menschen mit geringem Einkommen. Etwa 70 Prozent der Verbraucher mit einem Nettoeinkommen unter 2.000 Euro geben an, ihre Einkäufe inzwischen einschränken zu müssen.
Welche Produkte trifft es am härtesten?
Nicht jedes Lebensmittel ist gleich stark betroffen. Bei Obstkonserven kletterten die Preise seit 2020 um 81 Prozent, bei Schokolade um 72 Prozent. Beides sind Produkte, die stark von globalen Rohstoffpreisen abhängen, etwa von Kakao oder Zucker.
Gleichzeitig wächst ausgerechnet in diesem teuren Umfeld die Nachfrage nach bewusster Ernährung. 68 Prozent der Deutschen geben an, immer oder meistens gesund essen zu wollen, das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Auch der Absatz von Skyr, einem eiweißreichen isländischen Milchprodukt, legte binnen eines Jahres um mehr als 43 Prozent zu.
Wo liegt der Widerspruch?
Hier prallen zwei Entwicklungen aufeinander: steigende Preise auf der einen, wachsender Gesundheitsanspruch auf der anderen Seite. Ein Teil der Branche setzt inzwischen auf teure Longevity-Programme, die auf Ernährung, Bewegung, Schlaf und mentale Gesundheit abzielen und mehrere hundert bis tausend Euro kosten können.
Für die meisten Haushalte ist das keine Option. Die eigentliche Antwort auf die Frage, wie sich gesunde Ernährung auch mit knappem Budget umsetzen lässt, liegt aber woanders: bei einem einzigen, vergleichsweise günstigen Nährstoff.
Ballaststoffe als günstiger Hebel
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt mindestens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag. Im Schnitt nehmen Menschen in Deutschland aber weniger als 20 Gramm zu sich. Auswertungen im Fachmagazin „The Lancet“ bestätigen, dass der gesundheitliche Nutzen bei etwa 30 Gramm täglich am größten ist, und das lässt sich vor allem über Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Gemüse erreichen, also über vergleichsweise preiswerte Lebensmittel.
Andere populäre Ernährungstrends halten der Forschung dagegen nicht immer stand. Ein aktueller Cochrane-Review fand keine Überlegenheit von intermittierendem Fasten gegenüber klassischen Diäten zur Gewichtsreduktion. Eine fünfjährige Studie der TU Dresden mit über 7.000 Teilnehmenden zeigt dagegen, dass ein frühes Abendessen mit einem niedrigeren Body-Mass-Index korreliert.
Das sollten Sie jetzt wissen
- Lebensmittel sind seit 2020 im Schnitt 37 Prozent teurer geworden, deutlich mehr als die allgemeine Inflation.
- Obstkonserven und Schokolade gehören mit 81 beziehungsweise 72 Prozent Plus zu den stärksten Preistreibern.
- 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag gelten laut DGE und Lancet-Auswertungen als sinnvolles Ziel, erreicht wird das im Schnitt nicht.
- Hülsenfrüchte, Vollkorn und Gemüse liefern Ballaststoffe günstiger als teure Nahrungsergänzung oder Longevity-Programme.
- Intermittierendes Fasten bringt laut Cochrane-Review keinen belegten Vorteil gegenüber klassischen Diäten.
Im Mai 2026 wollen Fachleute beim Bundeskongress der Diätassistenten weitere aktuelle Erkenntnisse zur Ernährung vorstellen. Ob sich die Schere zwischen Lebensmittelpreisen und Gesundheitsanspruch bis dahin schließt, bleibt abzuwarten.
Quellen
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.
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