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Ernährung

Gesund alt werden: Welche Diät laut Bonner Studie wirklich vorn liegt

Forscher aus Bonn haben zehn gesunde Ernährungsweisen verglichen. Das Ergebnis überrascht – und macht es im Alltag leichter.

Küchentisch mit Gemüse, Vollkornbrot, Hülsenfrüchten und Fisch
Symbolbild (KI-generiert)

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Mediterran, nordisch oder lieber pflanzlich? Beim Thema gesunde Ernährung streiten Fans verschiedener Diäten seit Jahren. Eine große Studie aus Bonn liefert jetzt neue Erkenntnisse dazu, wie Essen mit dem biologischen Altern zusammenhängt. Rund 7.500 Erwachsene wurden untersucht. Welche Diät am Ende vorn liegt, fällt allerdings anders aus als viele erwarten.

Was haben die Forscher untersucht?

Hinter der Studie steht das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, kurz DZNE, in Bonn. Die Daten stammen vor allem aus der Rheinland Studie mit 6.470 Teilnehmenden. Zur Kontrolle nutzten die Forschenden eine zweite, unabhängige Gruppe aus der EPIC-Potsdam-Studie mit rund 1.000 Menschen.

Die Wissenschaftler verglichen die Ernährungsgewohnheiten mit Blutproben. Dabei ging es nicht um das Alter im Pass, sondern um das biologische Alter des Körpers. Die Ergebnisse erschienen im Fachjournal Nature Communications. Geleitet wurde die Untersuchung von Monique Breteler, Erstautorin ist die Doktorandin Juliana Tavares.

Wie misst man, wie schnell ein Mensch altert?

Die Forschenden nutzten sogenannte epigenetische Uhren. Sie lesen chemische Markierungen an der DNA aus, die sich mit den Jahren verändern. Das Team untersuchte dafür rund 850.000 Stellen im Erbgut. Laut DZNE sind das etwa doppelt so viele wie in früheren Studien.

Solche Markierungen steuern mit, welche Gene aktiv sind. Sie gelten in der Forschung als Hinweis darauf, wie weit der Körper tatsächlich gealtert ist. Zwei Menschen mit demselben Geburtsjahr können dabei biologisch unterschiedlich alt sein.

Verglichen wurden zehn Ernährungsweisen, die als gesund gelten. Darunter sind die mediterrane und die nordische Kost, die pflanzenbasierte Ernährung und die DASH-Diät gegen hohen Blutdruck. Auch die MIND-Diät, die auf die Gesundheit des Gehirns zielt, war dabei.

Welche Diät schneidet am besten ab?

Die Antwort lautet: Es gibt nicht die eine beste Diät. Alle zehn Ernährungsweisen waren mit einem langsameren biologischen Altern verbunden, manche etwas stärker, manche schwächer. Mehr als 70 Prozent der beteiligten Signalwege im Körper waren bei allen Diäten dieselben. Sie betreffen den Aufbau der Zellen, die Kommunikation zwischen ihnen und den Stoffwechsel.

Eine Überraschung gab es bei Rauchern. Bei ihnen war der Zusammenhang zwischen guter Ernährung und langsamerem Altern am deutlichsten, obwohl sie sich im Schnitt nicht gesünder ernährten. Wichtig: Die Studie zeigt einen Zusammenhang, keinen Beweis für Ursache und Wirkung. Die Effekte sind laut Forschenden nicht riesig, aber messbar.

Das bedeutet das für Sie

  • Kein Dogma: Sie müssen sich nicht auf eine bestimmte Diät festlegen.
  • Gemeinsamkeiten: Die untersuchten Ernährungsweisen setzen alle auf viel Pflanzliches wie Gemüse, Obst, Vollkorn und Hülsenfrüchte.
  • Alltag zählt: Wählen Sie eine Kost, die zu Geschmack, Kultur und Budget passt und die Sie durchhalten.
  • Kein Heilversprechen: Die Studie beweist nicht, dass eine Diät das Leben verlängert.
  • Rat holen: Bei Vorerkrankungen sprechen Sie Umstellungen mit Ärztin oder Arzt ab.

Die Bonner Forscher sehen in dem Ergebnis eine ermutigende Botschaft. Gesunde Ernährung lasse sich an persönliche Vorlieben, Kultur und Geldbeutel anpassen, erklären sie. Die Rheinland Studie des DZNE begleitet ihre Teilnehmenden über viele Jahre, weitere Auswertungen sind zu erwarten.

Quellen