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Gesundheit

Herzbericht 2026: Hier sterben die meisten Menschen am Herzinfarkt

Weniger Tote durch verengte Herzkranzgefäße, aber mehr Klinikfälle: Der neue Herzbericht zeigt große Unterschiede zwischen den Bundesländern.

Klinikflur mit EKG-Monitor und leerem Krankenbett
Symbolbild (KI-generiert)

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Der neue Deutsche Herzbericht bringt eine gute und eine schlechte Nachricht. Weniger Menschen sterben an verengten Herzkranzgefäßen. Gleichzeitig landen so viele Herzpatienten im Krankenhaus wie lange nicht. Und: Wo Sie wohnen, spielt beim Herzinfarkt eine erstaunlich große Rolle. Welches Bundesland am schlechtesten abschneidet, zeigt der Bericht deutlich.

Was steht im neuen Herzbericht?

Die Deutsche Herzstiftung hat das Update 2026 am Mittwoch in Berlin vorgestellt, gemeinsam mit mehreren kardiologischen Fachgesellschaften. Grundlage sind die Zahlen aus dem Jahr 2024. Die Gesamtsterblichkeit durch Herzkrankheiten ist erneut leicht gesunken.

Besonders deutlich fällt der Rückgang bei der Koronaren Herzkrankheit aus. Die Sterberate sank von 127,3 auf 118,3 Todesfälle je 100.000 Einwohner. Das ist ein Minus von 7,1 Prozent. In absoluten Zahlen starben 2024 rund 113.500 Menschen an dieser Krankheit, im Jahr davor waren es knapp 119.800. Die Zahl der tödlichen Herzinfarkte ging von 43.839 auf 41.258 zurück.

Warum schlagen die Experten trotzdem Alarm?

Doch die Kliniken bleiben voll. Die Zahl der Krankenhausaufnahmen wegen Herzleiden stieg leicht von 1,635 auf 1,654 Millionen. Bei den 75- bis 85-Jährigen liegt die Aufnahmerate laut Bericht um 13,3 Prozent höher als im Jahr 2012.

Ein Schwerpunkt ist das Vorhofflimmern. Rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen, bei den über 70-Jährigen etwa jeder Zehnte. 2024 gab es rund 360.800 Klinikfälle deswegen. Nach Einschätzung der Herzstiftung könnte sich die Zahl der Betroffenen wegen der alternden Bevölkerung in drei Jahrzehnten verdoppeln.

Was viele nicht wissen: Frauen trifft es härter

Der Bericht zeigt einen deutlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Nach einem akuten Herzinfarkt starben im Krankenhaus 14,4 Prozent der Frauen. Bei Männern waren es 10,1 Prozent.

In welchem Bundesland ist das Risiko am höchsten?

Die höchste Herzinfarkt-Sterblichkeit hat Mecklenburg-Vorpommern mit 63,4 Todesfällen je 100.000 Einwohner. Dahinter folgen Berlin mit 60,4, Sachsen-Anhalt mit 55,8 und Bremen mit 55,1. Am niedrigsten ist der Wert in Hamburg mit 26,2. Zwischen dem Spitzenreiter und Hamburg liegt damit mehr als das Doppelte.

Die Herzstiftung sieht in der Vorbeugung den wichtigsten Hebel. Er werde aber zu wenig genutzt, kritisieren die Fachleute. Sie fordern eine strukturierte Prävention, bessere Zusammenarbeit der Fachrichtungen und Früherkennung ab dem Alter von 35 Jahren.

Das sollten Sie jetzt wissen

  • Risikofaktoren: Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Diabetes, starkes Übergewicht und Rauchen gelten laut Bericht als wichtigste Treiber.
  • Check-up: Gesetzlich Versicherte ab 35 haben Anspruch auf eine regelmäßige Gesundheitsuntersuchung beim Hausarzt.
  • Blutdruck: Lassen Sie Ihre Werte regelmäßig messen, auch ohne Beschwerden.
  • Notfall: Bei Verdacht auf Herzinfarkt sofort die 112 wählen.
  • Beratung: Fragen zu Symptomen und Behandlung klären Sie immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Mit ihrer Forderung nach Früherkennung ab 35 und besserer Vorsorge wendet sich die Herzstiftung nun an Politik und Gesundheitswesen. Der Bericht soll die Debatte über Prävention in den kommenden Monaten anstoßen.

Quellen