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Gesundheit

Krebs durch Infektionen: Jeder achte Fall weltweit betroffen

Eine neue IARC-Studie zeigt: 2,3 Millionen Krebsfälle gehen jährlich auf Infektionen zurück. Gegen die größten Verursacher gibt es bereits Impfungen und Tests.

Wissenschaftlerin im Labor untersucht Proben unter dem Mikroskop, Symbolbild Krebsforschung
Symbolbild (KI-generiert)

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Jeder achte neue Krebsfall weltweit geht auf eine Infektion zurück. Das zeigt eine neue Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), einer Behörde der Weltgesundheitsorganisation. Betroffen sind vor allem Erreger, gegen die es bereits Impfstoffe oder Behandlungen gibt.

Details: 2,3 Millionen Krebsfälle durch Erreger

Nach der am 28. September im Fachjournal „The Lancet Oncology“ veröffentlichten Analyse gingen 2024 weltweit rund 2,3 Millionen neue Krebsfälle auf Infektionen zurück. Das entspricht etwa zwölf Prozent aller neu diagnostizierten Krebserkrankungen. Die Forscher werteten dafür Daten zu zwölf krebserregenden Erregern aus der IARC-Datenbank Global Cancer Observatory aus.

Die größte Last verursacht das Magenbakterium Helicobacter pylori mit schätzungsweise 760.000 Krebsfällen, dicht gefolgt von humanen Papillomviren (HPV) mit 750.000 Fällen. Das Hepatitis-B-Virus steht für rund 360.000 Fälle, das Epstein-Barr-Virus für etwa 260.000 und das Hepatitis-C-Virus für rund 160.000 Fälle. Diese fünf Erreger zusammen verursachen fast alle infektionsbedingten Krebserkrankungen.

Neu in die Analyse aufgenommen wurden unter anderem HIV und das Merkelzell-Polyomavirus. Zudem fanden die Autoren zunehmend Hinweise darauf, dass das Epstein-Barr-Virus neben Lymphomen und Nasenrachenkrebs auch an einem Teil der Magenkrebsfälle beteiligt ist.

Was bedeutet das für Betroffene?

  • Gegen HPV und Hepatitis B gibt es wirksame Impfstoffe, die das Krebsrisiko deutlich senken.
  • Eine Helicobacter-pylori-Infektion lässt sich mit einem Atem- oder Stuhltest nachweisen und mit Antibiotika behandeln.
  • Für Hepatitis C stehen heilende Medikamente zur Verfügung, eine Testung wird insbesondere bei früherem Risikoverhalten empfohlen.
  • Gegen das Epstein-Barr-Virus existiert bislang kein zugelassener Impfstoff, hier setzt die Forschung an neuen Präventionsmöglichkeiten an.

Laut IARC bleiben Impfungen, Tests und Vorsorgeuntersuchungen in vielen Ländern unterdurchschnittlich genutzt, auch wegen fehlender Aufklärung. Die Studienautoren betonen, dass sich ein Großteil der infektionsbedingten Krebsfälle mit bereits verfügbaren Mitteln vermeiden ließe. Auch in Deutschland zählen Infektionskrankheiten zur Krankheitslast, die Betroffene und das Gesundheitssystem spürbar belastet.

Was passiert als Nächstes?

Mehr als drei Viertel der infektionsbedingten Krebsfälle treten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen auf, besonders betroffen sind Ostasien sowie das südliche Afrika. Die Studienautoren fordern einen Ausbau bestehender Impfprogramme sowie Investitionen in neue Impfstoffe, etwa gegen das Epstein-Barr-Virus. In Deutschland empfehlen Fachgesellschaften die HPV-Impfung weiterhin für Mädchen und Jungen ab elf Jahren sowie die Hepatitis-B-Impfung im Rahmen der Grundimmunisierung, ähnlich wie bei der jährlichen Grippeimpfung. Wie stark Infektionen den Krankenstand in Deutschland beeinflussen, zeigte zuletzt auch der Fall des neu nachgewiesenen Sindbis-Fiebers.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.