Gesundheit
Malaria am Frankfurter Flughafen: Was Anwohner jetzt wissen müssen
In Frankfurt ist erneut ein Mensch an Malaria gestorben – ohne Fernreise, ohne Job am Flughafen. Wie das passieren konnte und worauf Anwohner achten sollten.

Von D247 Redaktion ·
In Frankfurt am Main ist erneut ein Mensch an Malaria gestorben. Die Person lebte im Stadtteil Schwanheim, ganz in der Nähe des größten deutschen Flughafens. Das Besondere: Sie war weder in einem Malariagebiet unterwegs noch hat sie am Flughafen gearbeitet. Für Tausende Anwohner stellt sich damit eine drängende Frage.
Wie kann man sich in Frankfurt mit Malaria anstecken?
Das Gesundheitsamt der Stadt bestätigte den Todesfall am Donnerstag. Die gestorbene Person war einer von zwei Fällen, die zu Beginn der Woche bekannt geworden waren. Beide Erkrankten hatten sich mit dem Erreger Plasmodium falciparum infiziert. Er verursacht die gefährliche Malaria tropica.
Beide Betroffenen wohnten in Schwanheim. Eine Reise in ein Risikogebiet gab es nicht, eine Arbeit am Flughafen ebenfalls nicht. Seit Anfang der Woche sind nach Angaben der Behörden keine weiteren Fälle hinzugekommen.
Schon der dritte Todesfall in diesem Jahr
Frankfurt beschäftigt das Thema nicht zum ersten Mal. Bereits im Sommer hatten sich sechs Beschäftigte des Flughafenbetreibers Fraport mit Malaria infiziert. Zwei von ihnen starben. Mit dem Fall aus Schwanheim sind es in diesem Jahr damit drei Todesfälle, die mit dem Flugverkehr in Verbindung gebracht werden.
Was viele nicht wissen: Malaria tropica ist für mehr als 95 Prozent aller Malaria-Todesfälle weltweit verantwortlich. Tückisch sind die ersten Anzeichen. Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen erinnern an eine Grippe. Deshalb wird die Krankheit oft zunächst für eine Grippe oder einen Magen-Darm-Infekt gehalten.
Die Mücke aus dem Flugzeug
Doch wie gelangt der Erreger nach Schwanheim? Übertragen wird Malaria ausschließlich durch den Stich weiblicher Anopheles-Mücken. Nur in seltenen Ausnahmen ist eine Übertragung über Blut möglich, etwa bei Transfusionen oder gemeinsam benutzten Spritzen. Im normalen Alltag steckt man sich also nicht bei anderen Menschen an.
Die Behörden haben eine klare Erklärung. Nach ihrer Einschätzung kam eine infizierte Mücke mit einem Flugzeug aus einem Malariagebiet nach Frankfurt. Gesundheitsamtsleiter Peter Tinnemann hält es für sehr wahrscheinlich, dass eine solche Mücke bis nach Schwanheim flog und beide Patienten ansteckte. Die Tiere können sich mehrere Kilometer weit bewegen.
Das sollten Anwohner jetzt wissen
Die wichtigste Botschaft des Gesundheitsamts richtet sich an Ärzte und Anwohner zugleich: Bei unklarem Fieber soll Malaria auch dann in Betracht gezogen werden, wenn keine Reise in ein Risikogebiet stattgefunden hat. Das gilt besonders für Menschen, die am Flughafen arbeiten oder in seiner Nähe wohnen.
- Fieber ernst nehmen: Wer rund um den Flughafen wohnt oder arbeitet und unklares Fieber hat, sollte ärztlichen Rat einholen.
- Wohnort nennen: Sagen Sie in der Praxis ausdrücklich, dass Sie in Flughafennähe leben oder arbeiten.
- Grippe-ähnliche Beschwerden: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen können erste Anzeichen sein.
- Keine Ansteckung im Alltag: Malaria wird durch Mückenstiche übertragen, nicht durch normalen Kontakt mit anderen Menschen.
- Offizielle Hinweise verfolgen: Aktuelle Informationen veröffentlicht das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt.
Die Behörden beobachten die Lage rund um den Flughafen weiter. Ob weitere Fälle auftreten, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen.
Quellen
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