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Reise

Grenzkontrollen in Europa: So lange müssen Reisende jetzt warten

Seit dem Ende einer Ausnahmeregel im September dauern Grenzkontrollen an Europas Außengrenzen wieder deutlich länger. Was Herbsturlauber jetzt einplanen sollten.

Elektronische Grenzkontrollschleusen in einem Flughafenterminal
Symbolbild (KI-generiert)

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An Europas Außengrenzen stauen sich seit einigen Wochen wieder die Warteschlangen. Wer in den Herbstferien außerhalb der EU unterwegs ist oder von dort einreist, muss an manchen Flughäfen mit deutlich mehr Zeit rechnen als noch im Frühjahr. Der Grund liegt in einer ausgelaufenen Ausnahmeregel beim neuen europäischen Grenzsystem.

Warum stehen Reisende plötzlich länger an?

Seit dem 10. April 2026 ist das Einreise- und Ausreisesystem EES an jedem Außengrenzübergang des Schengen-Raums vollständig im Einsatz. Nicht-EU-Bürger müssen dabei bei jeder Einreise Fingerabdrücke und ein Gesichtsfoto abgeben, die zusammen mit den Passdaten sowie dem Ort und Zeitpunkt der Ein- und Ausreise gespeichert werden. Das ersetzt den klassischen Stempel im Reisepass, den Grenzbeamte bislang von Hand setzten.

Die biometrische Erfassung dauert erkennbar länger als eine einfache Passkontrolle, bei der bisher nur ein Blick auf das Dokument und einen Abgleich mit dem Gesicht nötig war. Damit es an stark ausgelasteten Übergängen wie großen Flughäfen nicht zum Kollaps kommt, hatten die Mitgliedstaaten zunächst eine Übergangsregel bekommen, die im Sommer greifen sollte.

Diese Ausnahme ist jetzt ausgelaufen

Bis Anfang September durften Grenzposten die biometrische Erfassung bei hohem Andrang für bis zu sechs Stunden am Stück aussetzen und Reisende zunächst nur digital erfassen. Diese Flexibilität endete am 6. September 2026. Seitdem müssen alle Übergänge die vollständige Registrierung durchführen, egal wie lang die Schlange ist.

Neun Mitgliedstaaten hatten laut Berichten bereits im Juli eine Verlängerung der Ausnahme beantragt. Eine Zusage der EU-Kommission gibt es dafür bislang nicht.

Wie stark die Wartezeiten wirklich steigen

An großen Drehkreuzen zeigt sich der Unterschied deutlich. Am Frankfurter Flughafen lag die durchschnittliche Wartezeit im Juli bei rund 120 Minuten, im Vorjahr waren es etwa 60 Minuten. In München stieg die maximale Wartezeit auf bis zu 60 Minuten, zuvor waren es rund 31 Minuten. Amsterdam meldete Spitzenwerte von bis zu 120 Minuten gegenüber 80 Minuten im Vorjahreszeitraum.

Pro Person dauert die Kontrolle jetzt im Schnitt etwa 90 Sekunden, vor dem EES waren es rund 20 bis 25 Sekunden. Betroffen sind vor allem Reisende aus Nicht-EU-Staaten, EU-Bürger mit Personalausweis oder Reisepass durchlaufen weiterhin die gewohnten Spuren. Gerade zu den Stoßzeiten am Freitagnachmittag und am Sonntagabend, wenn viele Herbsturlauber gleichzeitig unterwegs sind, können sich die längeren Einzelkontrollen zu erheblichen Rückstaus in den Terminals summieren.

Das sollten Sie jetzt wissen

  • Die verlängerten Kontrollzeiten betreffen vor allem Reisende ohne EU-Pass an Flughäfen, Fährhäfen und Landgrenzen außerhalb der EU.
  • Planen Sie an stark frequentierten Flughäfen wie Frankfurt, München oder Amsterdam deutlich mehr Zeitpuffer vor dem Abflug ein.
  • Die biometrische Ersterfassung gilt für mehrere Jahre, spätere Einreisen sollen dadurch schneller gehen.
  • Eine Gebühr fällt für die EES-Registrierung nicht an, sie erfolgt automatisch bei der Grenzkontrolle.
  • Reiseverbände fordern eine Rückkehr der Ausnahmeregel mindestens bis zum Ende der Wintersaison.

Ob die EU-Kommission die Übergangsregel doch noch verlängert, ist derzeit offen. Bis zu einer Entscheidung sollten sich Reisende auf die längeren Wartezeiten einstellen.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.