Kriminelle Banden haben in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich mehr Schaden angerichtet. Das geht aus dem Bundeslagebild Organisierte Kriminalität 2025 hervor, das Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und das Bundeskriminalamt (BKA) in dieser Woche vorgestellt haben. Der erfasste Schaden stieg von 1,6 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 2,7 Milliarden Euro.
Die wichtigsten Zahlen
- 683 Ermittlungsverfahren im Bereich organisierte Kriminalität – leicht mehr als im Vorjahr
- Knapp 8.000 Tatverdächtige
- 2,7 Milliarden Euro Schaden, davon mehr als eine Milliarde Euro allein aus einem einzigen Schneeballsystem
- Rund jedes fünfte Verfahren betrifft kriminelle Dienstleistungsmodelle
Mehr Waffen, mehr Gewalt
Die Ermittler beobachten, dass Tatverdächtige häufiger bewaffnet sind und Gewalt gezielt eingesetzt wird. Das BKA beschreibt ein Phänomen, das als „Violence-as-a-Service“ bezeichnet wird: Gewalttaten werden wie eine Dienstleistung in Auftrag gegeben. Die Hintermänner sitzen dabei oft im Ausland.
Junge Menschen als Handlanger
Besonders besorgt zeigen sich die Behörden darüber, dass kriminelle Netzwerke junge Erwachsene und Minderjährige anwerben, häufig über soziale Medien und digitale Plattformen. Die Jugendlichen übernehmen dann einfache, aber riskante Aufgaben, während die Organisatoren im Hintergrund bleiben. Im Zusammenhang mit dem Lagebild wurde auch über eine Absenkung der Strafmündigkeit und erweiterte digitale Ermittlungsbefugnisse diskutiert.
Rauschgifthandel bleibt Schwerpunkt
Der Handel mit Drogen ist weiterhin das wichtigste Geschäftsfeld der organisierten Kriminalität. Während Delikte mit Heroin zurückgingen, stiegen die Fälle mit Kokain an.
Woran Eltern Anwerbeversuche erkennen
- Plötzlich viel Bargeld oder teure Kleidung ohne erkennbare Erklärung
- Neue Kontakte über Messenger oder soziale Medien, über die das Kind nicht sprechen will
- Angebote für „schnell verdientes Geld“ als Kurier oder Fahrer
Quellen