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Blaulicht

Falsche Polizisten: Seniorin übergibt Bargeld und Gold an Betrüger

In Baden-Württemberg rollt eine Anrufwelle falscher Polizeibeamter. In Renningen hatten die Betrüger bei einer 80-Jährigen Erfolg. So läuft die Masche – und so schützen Sie sich.

Telefon mit abgenommenem Hörer auf einem Beistelltisch
Symbolbild (KI-generiert)

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Der Anruf kommt am späten Vormittag, der Mann am Telefon gibt sich als Polizist aus. Wenige Stunden später sind Bargeld und Gold einer 80-jährigen Frau aus Renningen im Kreis Böblingen weg. Die Polizei in Baden-Württemberg warnt vor einer neuen Welle von Anrufen falscher Polizeibeamter – und die hält auch am Freitag an.

Wie konnten die Betrüger die Frau überzeugen?

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Ludwigsburg klingelte bei der Seniorin am Donnerstag gegen 11.30 Uhr das Telefon. Der unbekannte Anrufer erzählte ihr, eine Frau sei ausgeraubt worden. Zwei der vier Täter seien noch auf der Flucht. Deshalb sei nun auch ihr eigenes Hab und Gut in Gefahr.

Die Geschichte wirkte. Gegen 13.30 Uhr übergab die 80-Jährige an ihrer Wohnadresse Bargeld und Gold an einen Mann, den sie nicht kannte. Wie hoch der Schaden ist, hat die Polizei nicht mitgeteilt. Der Abholer ist bislang unbekannt.

Wie viele Menschen haben die Anrufer noch versucht?

Die Seniorin war nicht die Einzige. Mindestens sieben weitere Menschen aus Renningen bekamen am selben Tag ähnliche Anrufe. Sie erkannten den Betrug jedoch und legten auf. Das zeigt, wie die Anrufer vorgehen: Sie versuchen es am selben Tag bei vielen Menschen in einem Ort.

Ein ähnliches Bild zeigt sich am Freitag in Südbaden. Das Polizeipräsidium Offenburg meldete am Freitagmittag eine Anrufwelle in Schutterwald im Ortenaukreis. Seit dem Morgen versuchten falsche Polizisten dort mehrere Menschen zur Übergabe von Bargeld und Schmuck zu bewegen. Die Masche ist die bekannte: Die Anrufer warnen vor angeblichen Einbrüchen in der Nachbarschaft und bieten an, Wertsachen sicher bei der Polizei zu verwahren.

Warum fallen trotzdem so viele darauf herein?

Die Täter arbeiten mit Druck und Angst. Sie erzählen dramatische Geschichten über aktuelle Verbrechen und lassen den Angerufenen kaum Zeit zum Nachdenken. Laut dem Präventionsportal der Polizei nutzen sie dabei häufig das sogenannte Call-ID-Spoofing. Dabei erscheint auf dem Display eine gefälschte Nummer, die echt oder örtlich wirkt.

Woran erkennen Sie falsche Polizisten sofort?

Die wichtigste Regel ist eindeutig: Echte Polizeibeamte fordern niemals Geld. Sie fragen am Telefon nicht nach Ersparnissen oder Schmuck und holen auch keine Wertsachen zur Aufbewahrung ab. Wer so einen Anruf bekommt, spricht mit Betrügern – egal, wie überzeugend die Stimme klingt oder welche Nummer angezeigt wird.

Das sollten Sie jetzt wissen

  • Sofort auflegen: Beenden Sie das Gespräch, sobald jemand nach Geld, Schmuck oder Ihren Vermögensverhältnissen fragt.
  • Keine Rückruftaste: Wählen Sie die 110 selbst, ohne Vorwahl, oder die Nummer Ihrer örtlichen Dienststelle.
  • Keine Daten: Geben Sie keine persönlichen Angaben, Geheimzahlen oder Passwörter preis – auch nicht zu Angehörigen.
  • Nichts übergeben: Händigen Sie niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte aus, auch nicht an der eigenen Haustür.
  • Darüber reden: Sprechen Sie mit Eltern, Großeltern und Nachbarn über die Masche. Aufklärung ist der beste Schutz.

Wer einen verdächtigen Anruf erhalten hat, sollte ihn der Polizei melden – jeder Hinweis hilft, Nachbarn vor dem nächsten Anruf zu warnen. Ausführliche Tipps bietet das Portal polizei-beratung.de.

Quellen