Kurioses
Teurer Irrtum beim Bäcker: Seniorin zahlt 1700 Euro für ein Gebäck
Ein süßes Gebäck am Bahnhof, eine Kartenzahlung – und plötzlich ist ein vierstelliger Betrag weg. Wie es in Winterthur dazu kam und warum die Bäckerei selbst nichts merkte.

Von D247 Redaktion ·
Ein Nussgipfel kostet in der Schweiz normalerweise ein paar Franken. Für eine Seniorin aus Winterthur wurde das Gebäck zu einem äußerst teuren Snack: Sie zahlte dafür mehr als 1600 Franken, umgerechnet rund 1700 Euro. Wie so ein Betrag auf einem Kartenterminal landet, klingt kurios, hat aber eine einfache Erklärung.
Wie kann ein Gebäck so teuer werden?
Der Kauf fand nach Angaben des Schweizer Verbrauchermagazins „Beobachter“ bereits Ende Juli statt. Die Frau kaufte in einer veganen Bäckerei am Hauptbahnhof Winterthur einen Nussgipfel, das Schweizer Gegenstück zum Nuss-Nugat-Croissant. Sie zahlte mit Karte und verließ das Geschäft, ohne etwas zu bemerken.
Tatsächlich waren von ihrem Konto 1612,14 Franken abgebucht worden. Aufgefallen ist das erst rund zwei Wochen später. Eine Beraterin der Seniorenorganisation Pro Senectute sah die Kontoauszüge der Frau durch und stieß auf die ungewöhnliche Summe.
Was viele nicht wissen: Die Bäckerei ahnte nichts
Die Seniorin wandte sich an die Bäckerei. Die Filialleitung kümmerte sich nach ihrer Schilderung sofort und freundlich um den Fall. Doch im Kassensystem des Geschäfts war von dem hohen Betrag keine Spur zu finden.
Erst die Firma, die das Bezahlterminal betreibt, brachte Licht ins Dunkel. Die Zahlung war zwar ausgeführt worden. Wegen einer technischen Störung tauchte sie aber weder in der Kasse noch auf dem Konto der Bäckerei auf. Deshalb konnte sich der Betrieb auch nicht von sich aus bei der Kundin melden. Die Entwickler des Terminalbetreibers arbeiten laut Bericht an dem Fehler.
PIN statt Trinkgeld
Die Bäckerei vermutet einen Bedienfehler. Das Terminal bietet vor der Zahlung ein Trinkgeld an. Dabei lässt sich nicht nur ein Prozentsatz wählen, sondern auch ein freier Betrag eintippen. Die Kundin hielt das Eingabefeld offenbar für die PIN-Abfrage und gab ihre Geheimzahl ein. So wurde aus einem kleinen Einkauf vermutlich eine Zahlung von mehr als 1600 Franken.
Die gute Nachricht: Ende August bekam die Frau ihr Geld zurück. Zwischen dem Kauf und der Rückbuchung verging damit gut ein Monat. Sie nimmt den Vorfall gelassen und räumt ein, mit Kartenzahlungen manchmal überfordert zu sein. Beim Bäckerei-Team bedankte sie sich mit einem Blumenstrauß. Gebäck will sie künftig lieber bar bezahlen.
Das sollten Sie jetzt wissen
- Betrag prüfen: Schauen Sie vor dem Bestätigen immer genau, welche Summe auf dem Display steht. Dazu rät auch die Beratung des „Beobachter“.
- Trinkgeld-Abfrage erkennen: Manche Terminals fragen vor der PIN-Eingabe nach einem Trinkgeld, auch mit frei wählbarem Betrag. Geben Sie Ihre Geheimzahl nur ein, wenn ausdrücklich danach gefragt wird.
- Beleg mitnehmen: Mit Quittung lassen sich Fehlbuchungen schneller nachweisen.
- Konto kontrollieren: Prüfen Sie Abbuchungen regelmäßig, oder lassen Sie sich von Angehörigen helfen.
- Schnell reagieren: Melden Sie auffällige Beträge sofort beim Geschäft und bei Ihrer Bank.
Der Terminalbetreiber will die technische Panne beheben, damit solche Zahlungen künftig auch im Kassensystem des Händlers sichtbar sind.
Quellen
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