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Tiere

Faultier-Baby im Zoo Hannover: Warum das Geschlecht ein Rätsel bleibt

Im Erlebnis-Zoo Hannover gibt es Nachwuchs bei den Zweifingerfaultieren. Besucher müssen allerdings genau hinsehen – und eine Frage kann der Zoo vorerst nicht beantworten.

Faultier-Mutter mit Jungtier am Bauch hängt an einem Ast
Symbolbild (KI-generiert)

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Im Erlebnis-Zoo Hannover ist ein Faultier zur Welt gekommen. Das Jungtier ist gerade einmal zehn Tage alt und klammert sich fest an den Bauch seiner Mutter. Wer es entdecken will, braucht Geduld und gute Augen. Eine Frage kann der Zoo trotz aller Freude über den Nachwuchs bislang nicht beantworten.

Wer ist der kleine Neuzugang?

Das Faultierweibchen Aimara brachte am 7. September ein Jungtier zur Welt. Vater ist das Männchen Artus. Die beiden gehören zu den Eigentlichen Zweifingerfaultieren, wissenschaftlich Choloepus didactylus. Der Zoo hat die Geburt Anfang dieser Woche bekannt gemacht.

Die ersten Tage verbrachten Mutter und Kind in Ruhe im Innenbereich des Zoologicums. Inzwischen ist Aimara bei warmem und sonnigem Wetter wieder auf der Außenanlage unterwegs. Dort hangelt sie sich von Baum zu Baum, das Jungtier immer am Bauch.

Warum ist das Jungtier so schwer zu entdecken?

Von dem Kleinen sehen Besucher meist nur einen Fellhügel sowie Arme und Beine, die es um den Körper der Mutter geschlungen hat. Hebt es den Kopf, kommen schwarze Knopfaugen, winzige Ohren und eine Stupsnase zum Vorschein.

Diese Haltung ist für junge Faultiere typisch. Sie werden in ihrer ersten Lebensphase am Bauch der Mutter getragen. Dabei kommen sie schon weit entwickelt zur Welt: mit Fell, Krallen und sogar Zähnen. Die Tragzeit beträgt nach Angaben des Zoos etwa 330 bis 350 Tage.

Das steckt hinter dem Rätsel

Ob das Jungtier ein Männchen oder ein Weibchen ist, weiß im Zoo noch niemand. Das lässt sich nur bei einer Untersuchung im Rahmen eines medizinischen Checks feststellen. Und genau so eine Untersuchung ist vorerst nicht geplant.

So nennt der Zoo den Nachwuchs

Bis das Geschlecht feststeht, spricht der Zoo deshalb schlicht vom Faultierchen. Rund 50 Tage nach der Geburt beginnen junge Faultiere, ihre Umgebung selbst zu erkunden. Weitgehend selbstständig sind sie nach sechs bis zwölf Monaten, ausgewachsen erst nach etwa zweieinhalb Jahren.

In der Natur leben Zweifingerfaultiere in den Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Sie verbringen einen Großteil ihres Lebens kopfüber in Bäumen und klettern nur alle drei bis sieben Tage hinunter. Mit ihren langen Sichelkrallen halten sie sich an den Ästen fest. Sogar ihr Fell ist an das Leben kopfüber angepasst: Durch seine Wuchsrichtung kann Regenwasser besser ablaufen. Zu ihren Feinden zählen Harpyien und Jaguare. Die größte Gefahr ist laut Zoo aber die Abholzung der Regenwälder.

Das sollten Sie jetzt wissen

  • Wo: Außenanlage des Zoologicums im Erlebnis-Zoo Hannover.
  • Wann: Die besten Chancen haben Sie bei warmem, sonnigem Wetter, dann ist Aimara draußen unterwegs.
  • Worauf achten: Suchen Sie nach einem kleinen Fellbündel am Bauch des Muttertiers, das Jungtier ist leicht zu übersehen.
  • Steckbrief: Ausgewachsene Tiere werden 54 bis 88 Zentimeter lang und wiegen vier bis elf Kilogramm.
  • Speiseplan: Blätter, Blüten, Früchte und Insekten.

In den kommenden Wochen dürfte das Faultierchen immer häufiger den Kopf heben. Ab etwa Ende Oktober beginnt die Phase, in der junge Faultiere ihre Umgebung erkunden.

Quellen