Tiere
Wale sterben zu Hunderten: Das steckt hinter dem Rätsel vor Argentinien
Seit Wochen sterben Walkälber vor der Küste Argentiniens. Forscher glauben nun, die Ursache gefunden zu haben.

Von D247 Redaktion ·
An den Stränden der Halbinsel Valdés in Argentinien liegen seit Wochen tote Walkälber. Seit Juni haben Wissenschaftler dort Hunderte verendete Jungtiere gezählt, allein in der vergangenen Woche kamen Dutzende weitere hinzu. Was die Tiere tötet, war lange unklar – jetzt haben Forscher eine erste Spur.
Was passiert gerade an der Küste Argentiniens?
Betroffen ist die Halbinsel Valdés in der südargentinischen Provinz Chubut. Die Küste dort gilt als eines der wichtigsten Aufzuchtgebiete der Südlichen Glattwale, auch Südkaper genannt. Die Tiere kommen jedes Jahr an die Küsten Argentiniens, Brasiliens und Uruguays, um sich fortzupflanzen und ihren Nachwuchs großzuziehen.
Seit dem Frühjahr auf der Südhalbkugel fanden Anwohner und Forscher dort immer wieder tote Jungtiere am Strand. Mittlerweile sind es nach Angaben von Wissenschaftlern Hunderte Tiere.
Wie ungewöhnlich ist das Sterben wirklich?
Es ist bereits das zweite Massensterben in diesem Jahr. Erste tote Kälber waren schon im Juni entdeckt worden. Die aktuellen Zahlen zeigen zudem einen deutlichen Rückgang der Population: Im Vorjahr zählten Forscher an der Küste 2.110 Wale, darunter etwa 800 Kälber. In diesem Jahr waren es nur noch 1.375 Tiere und knapp 400 Jungtiere.
Südliche Glattwale werden bis zu 17 Meter lang und im Schnitt 40 Tonnen schwer. Als Art gelten sie trotz der aktuellen Todesfälle nicht als gefährdet.
Was steckt hinter dem Massensterben?
Naheliegend wäre der Verdacht auf menschliche Ursachen wie Umweltgifte oder Schiffsverkehr. Bislang fanden die Forscher dafür aber keine Belege. Auch ein Zusammenhang mit dem Klimawandel oder veränderten Wassertemperaturen ließ sich bisher nicht eindeutig nachweisen. Stattdessen richtet sich der Blick auf einen Erreger, den Wissenschaftler in einigen der toten Tiere nachgewiesen haben wollen.
Der Meeresbiologe Mariano Coscarella vom argentinischen Forschungsrat Conicet geht davon aus, dass ein Bakterium die Todesursache ist. Es löst bei den Walen demnach Rotlauf aus, eine Infektionskrankheit, die auch bei anderen Tierarten bekannt ist und laut Coscarella eine recht hohe Sterblichkeitsrate mit sich bringt. Besonders Jungtiere mit noch schwachem Immunsystem sind davon offenbar betroffen.
Endgültig bewiesen ist die Bakterien-These damit noch nicht. Dafür müssten weitere Proben ausgewertet werden. Forscher vor Ort sammeln deshalb weiter Gewebeproben der toten Kälber, um die Ursache einzugrenzen.
Das sollten Sie jetzt wissen
- Betroffen sind vor allem Jungtiere der Südlichen Glattwale an der Küste Argentiniens.
- Als wahrscheinliche Ursache gilt ein Bakterium, das die Krankheit Rotlauf auslöst.
- Menschliche Ursachen wie Verschmutzung gelten bislang als unwahrscheinlich.
- Die Gesamtpopulation der Art gilt trotz der Todesfälle nicht als gefährdet.
- Es ist bereits das zweite auffällige Massensterben von Walkälbern in diesem Jahr.
- Die Halbinsel Valdés gilt als eines der wichtigsten Aufzuchtgebiete der Art weltweit.
Forscher wollen die toten Tiere weiter untersuchen, um die Bakterien-These zu bestätigen und mehr über die Ursache der Erkrankung herauszufinden. Erst weitere Laborergebnisse dürften zeigen, ob sich das Sterben in den kommenden Wochen fortsetzt oder abklingt.
Quellen
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.
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