Vermischtes
Ghost Pairing: So kapern Betrüger jetzt fremde WhatsApp-Konten
Über eine angebliche Umfrage kapern Betrüger WhatsApp-Konten und schreiben Kontakte um Geld an. Zwölf Fälle sind bereits bekannt.

Von D247 Redaktion ·
Eine harmlose Umfrage im Netz, ein schneller Scan mit dem Smartphone, und schon ist das eigene WhatsApp-Konto in fremder Hand. Genau das ist in Sachsen bereits zwölf Menschen passiert. Wie die Betrüger dabei technisch vorgehen und wie viel Geld sie erbeuten, macht die Masche besonders tückisch.
Wie kapern Betrüger fremde WhatsApp-Konten?
Die Polizei im Raum Zwickau warnt aktuell vor einer Betrugsmasche, bei der Täter komplette WhatsApp-Konten übernehmen. Seit Mitte August wurden im dortigen Polizeibereich zwölf entsprechende Fälle registriert. Betroffene erhalten zunächst eine Nachricht mit der Bitte, an einer Umfrage oder Abstimmung teilzunehmen, etwa angeblich zur Unterstützung eines Sportlers.
Wer daraufhin auf einen mitgeschickten Link klickt und einen QR-Code scannt, koppelt ohne es zu merken ein fremdes Gerät der Täter an das eigene WhatsApp-Konto. Von da an können die Betrüger im Namen des Opfers Nachrichten an dessen Kontakte verschicken.
Wie die Täter anschließend Geld erbeuten
Sobald der Zugriff auf das Konto gesichert ist, schreiben die Täter im Namen der Betroffenen deren Kontakte an. Unter wechselnden Vorwänden bitten sie um kurzfristige Geldüberweisungen, etwa für eine angebliche Notlage. Weil die Nachrichten scheinbar von einer bekannten Person stammen, reagieren viele Kontakte zunächst ohne Misstrauen.
Nach Angaben der Ermittler erbeuteten die Täter in den bisherigen zwölf Fällen jeweils zwischen 500 und 615 Euro. Die Masche wird in Fachkreisen inzwischen als „Ghost Pairing“ bezeichnet, weil ein fremdes Gerät unbemerkt mit dem Konto verknüpft wird.
Der Streitpunkt: Warum die Masche so gut funktioniert
Anders als bei klassischen Phishing-Mails braucht diese Betrugsform keine gefälschte Webseite und keine Falle mit gestohlenen Passwörtern. Die Täter nutzen stattdessen eine reguläre Funktion von WhatsApp, mit der sich das Konto auf mehreren Geräten gleichzeitig nutzen lässt. Genau diese Funktion macht die Masche für viele Nutzer schwer erkennbar, weil der QR-Code auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Umfrage- oder Login-Code wirkt.
Betroffene bemerken die Übernahme oft erst, wenn eigene Kontakte sich wegen ungewöhnlicher Geldforderungen melden. Bis dahin haben die Täter meist schon mehrere Nachrichten verschickt.
Das sollten Sie jetzt wissen
- Scannen Sie keine QR-Codes aus unaufgeforderten Nachrichten oder Umfragen.
- Prüfen Sie regelmäßig in den WhatsApp-Einstellungen, welche Geräte mit Ihrem Konto verknüpft sind.
- Bestätigen Sie niemals eine Geräteverknüpfung, die Sie nicht selbst angestoßen haben.
- Erhalten Kontakte von Ihrem Account ungewöhnliche Geldforderungen, informieren Sie diese sofort über einen anderen Kanal.
- Erstatten Sie im Betrugsfall Anzeige bei der Polizei und sichern Sie Chatverläufe als Beweis.
Die Polizei in Sachsen geht davon aus, dass weitere Fälle bekannt werden, und prüft, ob dieselbe Tätergruppe hinter den bisherigen zwölf Vorfällen steckt. Verbraucherschützer raten, die Warnung auch an weniger technikaffine Familienmitglieder weiterzugeben.
Quellen
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.
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