Ausland
Diesel-Krise: G7 geben 100 Millionen Barrel Öl aus Reserven frei
US-Präsident Trump erwägt wegen hoher Preise in den USA einen Exportstopp für Diesel. Die EU-Kommission warnt vor einer „sehr schlechten Idee“ – denn rund die Hälfte der europäischen Diesel-Importe stammt aus den USA.

Von D247 Redaktion · · aktualisiert
Update, 2. Oktober 2026: Die G7-Staaten haben sich auf eine Notfreigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Öl und Diesel aus ihren strategischen Reserven geeinigt. Koordiniert wird die Freigabe über vier Monate von der Internationalen Energieagentur (IEA), nachdem die USA zuvor mit einem Exportstopp für Diesel gedroht hatten.
Was die G7 beschlossen haben
Unter der G7-Präsidentschaft Frankreichs und koordiniert von Präsident Emmanuel Macron haben sich die sieben führenden Industriestaaten auf die Freigabe von 100 Millionen Barrel aus den strategischen Reserven geeinigt. Laut der G7-Erklärung soll bereits innerhalb der ersten 20 Tage ein erheblicher Teil des zusätzlichen Diesels auf den Markt kommen. Die IEA übernimmt die praktische Abwicklung der Freigabe. Zusätzlich vereinbarten die G7-Staaten, die Raffineriekapazitäten hochzufahren und den Energiehandel zwischen Partnerländern nicht einzuschränken.
Auslöser war die Ankündigung der US-Regierung, einen Exportstopp für Diesel nach Europa zu prüfen, um die eigenen Rekordpreise an den Tankstellen vor den Kongresswahlen (Midterms) am 3. November zu senken. US-Finanzminister Scott Bessent hatte zuvor erklärt, man prüfe ein vollständiges oder teilweises Exportverbot. Mit der Notfreigabe reagieren die G7-Staaten nun gemeinsam auf den Druck aus Washington, statt einseitige Exportbeschränkungen hinzunehmen.
Was bedeutet das für Autofahrer in Deutschland?
- Der durchschnittliche Dieselpreis in der EU liegt derzeit auf einem Rekordhoch von rund 2,23 Euro pro Liter.
- Die zusätzlichen Ölmengen sollen vor allem vor dem Winter, wenn die Dieselnachfrage traditionell steigt, für Entlastung sorgen.
- Fachleute dämpfen jedoch die Erwartungen: Freigaben von Rohöl aus den Reserven übersetzen sich nicht sofort in zusätzliches Dieselangebot, da die Rohöl-Mengen erst in Raffinerien verarbeitet werden müssen.
- Wie schnell und wie stark die Preise an deutschen Tankstellen sinken, hängt daher von freien Raffineriekapazitäten und der Verarbeitungsgeschwindigkeit ab.
- Besonders betroffen von hohen Dieselpreisen sind neben privaten Autofahrern Speditionen, die Landwirtschaft und energieintensive Industriezweige.
Was passiert als Nächstes?
Die Mengen sollen über die kommenden vier Monate schrittweise freigegeben werden, ein Großteil davon bereits in den ersten drei Wochen. Eine endgültige Entscheidung der US-Regierung über einen eigenen Exportstopp steht weiterhin aus. Sollte Washington trotz der G7-Einigung an Exportbeschränkungen festhalten, dürfte sich das auf die Wirksamkeit der Reserve-Freigabe auswirken. Die EU-Kommission hatte zuvor erklärt, sie stehe in intensivem Kontakt mit der US-Regierung und erwarte, dass sich enge Partner vor einschneidenden Maßnahmen für gemeinsame Märkte absprechen.
Quellen
- euronews: G7 agrees 100 million-barrel emergency oil release amid US pressure over diesel
- ZDFheute: Trump erwägt Exportstopp für Diesel – EU-Kommission warnt
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Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.
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