Connect with us

Bundestag & Gesetze

25-Euro-Hilfe vor dem Aus: Diese Familien trifft es ab 2027

Der Bundestag berät über das Ende des Kindersofortzuschlags. Millionen Familien könnten die Leistung verlieren.

Kinderrucksack und Schuhe an einer Wohnungstür, Symbolbild für Familien und Kindersofortzuschlag
Symbolbild (KI-generiert)

Von ·

Für rund 1,9 Millionen Familien in Deutschland steht 2027 eine spürbare Kürzung ins Haus. Der Bundestag berät bereits über das Ende einer Leistung, die Kindern aus einkommensschwachen Familien seit Jahren kleine Alltagsdinge ermöglicht. Wie stark der Wegfall Familien wirklich trifft, zeigt ein Blick auf die Zahlen.

Worum geht es beim Kindersofortzuschlag überhaupt?

Der Kindersofortzuschlag wurde 2022 von der damaligen Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP eingeführt, um Kinderarmut schnell abzufedern. Er startete bei 20 Euro monatlich und wurde zum Januar 2025 auf 25 Euro pro Monat und Kind angehoben. Anspruch haben Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre in Haushalten, die bestimmte Sozialleistungen wie Bürgergeld, Sozialhilfe oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen.

Am 8. September 2026 hat der Bundestag in erster Lesung über das Haushaltsbegleitgesetz 2027 beraten, das die ersatzlose Streichung des Zuschlags vorsieht. Nach der ersten Lesung wurde der Entwurf zur weiteren Beratung in den Haushaltsausschuss überwiesen.

Wie viele Familien hängen an dieser Leistung?

Die Dimension ist groß: Im März 2026 bezogen bundesweit rund 1,88 Millionen Menschen den Kindersofortzuschlag. Allein in Nordrhein-Westfalen waren es etwa 548.000, in Niedersachsen rund 180.000, in Baden-Württemberg etwa 174.000 und in Bayern rund 155.000 Menschen. Auch in Berlin bezogen rund 155.000 und in Hessen rund 151.000 Menschen die Leistung.

Die schwarz-rote Bundesregierung begründet die geplante Streichung mit allgemeinen Sparzwängen im Bundeshaushalt. Eine gesonderte Einsparsumme allein für den Kindersofortzuschlag hat sie bislang nicht öffentlich beziffert, die Maßnahme ist Teil eines größeren Sparpakets im Haushaltsbegleitgesetz.

Woran entzündet sich der politische Streit?

Aus der Opposition kommt scharfe Kritik. Der Linken-Politiker Dietmar Bartsch wirft der Koalition vor, bei Kindern zu kürzen, während Vermögende kaum stärker belastet würden. Er spricht von einem „Armutszeugnis für die Koalition“ und kritisiert, dass es „kaum Mehrbelastung für Millionäre und Milliardäre“ gebe, um die Haushaltslücken zu schließen, während bei Kindern „harte Kürzungen“ anstünden.

Die Bundesregierung verweist dagegen auf die angespannte Haushaltslage insgesamt: Der Kindersofortzuschlag ist nur eine von mehreren Sozialleistungen, bei denen im Rahmen des Haushaltsbegleitgesetzes 2027 gespart werden soll, neben Wohngeld und Elterngeld.

Nach dem bisherigen Zeitplan der Bundesregierung soll die Streichung zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Bis dahin muss der Gesetzentwurf aber noch den Haushaltsausschuss, die zweite und dritte Lesung im Bundestag sowie den Bundesrat durchlaufen. Familien, die aktuell den Zuschlag beziehen, erhalten ihn also mindestens bis zum Jahreswechsel weiter.

Das sollten Sie jetzt wissen

  • Der Kindersofortzuschlag beträgt aktuell 25 Euro pro Monat und Kind.
  • Rund 1,88 Millionen Menschen bezogen die Leistung zuletzt im März 2026.
  • Die Streichung ist Teil des Haushaltsbegleitgesetzes 2027 und soll zum 1. Januar 2027 wirksam werden.
  • Der Bundestag hat den Entwurf am 8. September 2026 erstmals beraten und in den Haushaltsausschuss überwiesen.
  • Betroffene Familien sollten die weiteren Beratungen verfolgen, da sich der Zeitplan noch verschieben kann.

Als Nächstes berät der Haushaltsausschuss über den Entwurf, bevor der Bundestag im Herbst final über das gesamte Haushaltsbegleitgesetz abstimmt.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.