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Deutschland

Tanken zu teuer: Diese Entlastungen prüft die Regierung jetzt

Die Bundesregierung verspricht Hilfe gegen Rekordpreise an der Tankstelle. Mehrwertsteuer runter, Direktzahlung oder Übergewinnsteuer – was dahintersteckt und was Experten raten.

Zapfpistole steckt im Tank eines Autos an einer Tankstelle
Symbolbild (KI-generiert)

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Tanken ist so teuer wie nie. Die Bundesregierung verspricht deshalb eine Entlastung, und zwar schnellstmöglich. Einen Termin nennt sie bisher nicht. Hinter den Kulissen ringen Union und SPD um den richtigen Weg. Welche Variante Experten für die beste halten, dürfte viele Autofahrer überraschen.

Wie teuer ist Sprit gerade?

Am 14. September kostete ein Liter Super E10 im Schnitt 2,29 Euro. Das ist ein Rekordwert. Für Pendler, Handwerker und Familien auf dem Land summiert sich das schnell auf spürbare Mehrkosten im Monat. Kurz vor den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ist das Thema damit hochpolitisch geworden.

Welche Vorschläge liegen auf dem Tisch?

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will die Mehrwertsteuer auf Sprit befristet von 19 auf 7 Prozent senken. Nach ihrer Darstellung würde das sofort an der Zapfsäule wirken. Unionsfraktionschef Thorsten Frei unterstützt das. CDU-Generalsekretärin Hoppermann nennt eine Ersparnis von bis zu 25 Cent pro Liter, nach aktuellen Preisen wären es rund 24 Cent.

Reiche bringt außerdem Direktzahlungen an Haushalte mit geringem Einkommen ins Spiel, möglicherweise Anfang 2027. Die technische Grundlage dafür gibt es, allerdings fehlen teilweise noch Kontonummern. Die SPD fordert dagegen eine Übergewinnsteuer auf Gewinne der Mineralölkonzerne und brachte einen Preisdeckel ins Gespräch. Reiche lehnt beides ab. Eon, der ADAC und das Handwerk wiederum werben für eine niedrigere Stromsteuer.

Warum warnen Ökonomen vor der Steuersenkung?

Viele Fachleute halten die Mehrwertsteuersenkung für eine Gießkanne. Auch wohlhabende Vielfahrer profitieren. Beim Tankrabatt 2022 ging nach der ZDFheute-Auswertung 62 Prozent der Entlastung an Haushalte mit überdurchschnittlichem Einkommen. Ob die Tankstellen eine Senkung vollständig weitergeben, ist zudem unsicher.

Einen Preisdeckel lehnen Experten ebenfalls ab. Er könnte zu Warteschlangen und Engpässen führen und falsche Signale beim Verbrauch setzen. Eine Übergewinnsteuer gilt als rechtlich heikel, weil sich schwer festlegen lässt, was ein Übergewinn ist.

Welche Lösung halten Experten für die beste?

Die Favoriten der Ökonomen sind gezielte Direktzahlungen an Haushalte mit niedrigem Einkommen. Die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, plädiert dafür, gezielt jene zu unterstützen, die es wirklich brauchen. Der Vorteil aus Expertensicht: Der hohe Preis an der Zapfsäule bleibt als Sparsignal erhalten, Bedürftige werden trotzdem entlastet.

Das sollten Sie jetzt wissen

  • Beschlossen ist noch nichts. Weder Steuersenkung noch Direktzahlung haben einen Starttermin.
  • Eine Direktzahlung würde nach den bisherigen Überlegungen nur Haushalte mit geringem Einkommen erreichen.
  • Preise vergleichen lohnt sich: Tankstellen-Apps zeigen die Preise der Markttransparenzstelle in Echtzeit.
  • Abends ist Tanken meist günstiger als morgens.

Entscheidend wird, worauf sich Union und SPD in den kommenden Tagen einigen. Nach den Wahlen am Sonntag dürfte der Druck auf die Koalition weiter steigen.

Quellen