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Deutschland

Vermögenslücke Ost-West: Kaiser fordert ein Grunderbe für junge Leute

Die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser verweist auf eine riesige Lücke bei Erbschaften zwischen Ost und West und schlägt ein Grunderbe für junge Menschen vor.

Zwei gegenübergestellte Wohnhäuser, eines modern saniert, eines älter und unsaniert, Symbol für wirtschaftliche Unterschiede
Symbolbild (KI-generiert)

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36 Jahre nach der Wiedervereinigung bleibt die Vermögenslücke zwischen Ost und West groß. Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), hat in ihrem Jahresbericht neue Zahlen zu Erbschaften vorgelegt und fordert als Konsequenz ein sogenanntes Grunderbe für junge Menschen.

Wie groß ist die Lücke bei Erbschaften?

Nach den von Kaiser vorgelegten Zahlen für 2025 entfallen 95 Prozent aller steuerpflichtigen Erbschaften und Schenkungen in Deutschland auf die westdeutschen Bundesländer, in denen 81 Prozent der Bevölkerung leben. Auf die ostdeutschen Länder mit 19 Prozent der Bevölkerung entfallen dagegen nur 5 Prozent der steuerpflichtigen Vermögensübertragungen.

Kaiser erklärte dazu: „Die neuen Zahlen zeigen sehr deutlich, wie unterschiedlich die materiellen Ausgangsbedingungen in Ost und West noch immer sind.“ Als Ursache nennt der Bericht die jahrzehntelange sozialistische Wirtschaftsordnung der DDR, in der private Vermögensbildung und Immobilienbesitz stark eingeschränkt waren – während im Westen über Generationen Vermögen aufgebaut werden konnte.

Was schlägt die Ostbeauftragte vor?

  • Ein „Grunderbe“ soll jungen Menschen unabhängig vom Elternhaus eigenes Startkapital geben. Konkrete Angaben zu Höhe, Auszahlungszeitpunkt, Bedingungen und Finanzierung macht der Bericht bislang nicht.
  • Zusätzlich fordert Kaiser eine gerechtere Besteuerung sehr großer Erbschaften.
  • Als ersten Schritt in diese Richtung nennt der Bericht die ab 2027 geplante Frühstart-Rente, die wie die neue Minijob-Grenze 2027 Teil der laufenden Reformen bei Löhnen und Altersvorsorge ist.

Der Jahresbericht trägt den Titel „In Bewegung bleiben“ mit dem Untertitel „Ziel: Aufstieg aus eigener Kraft“ und wurde am 30. September 2026 veröffentlicht. Er stellt den Osten in diesem Jahr weniger als Aufholregion dar, sondern als Region mit eigener sozialer Dynamik – weist aber gerade bei Vermögen und Erbschaften auf die größte verbleibende Lücke hin.

Was bedeutet das für Betroffene?

  • Wer in Ostdeutschland lebt und auf eine Erbschaft als finanzielle Basis hofft, kann sich seltener darauf verlassen als Menschen im Westen.
  • Ein Grunderbe gibt es bislang nicht – es handelt sich um einen politischen Vorschlag, keine beschlossene Leistung.
  • Bereits beschlossen ist die Frühstart-Rente ab 2027, die laut Bericht als erster Baustein gegen die Vermögenslücke wirken soll.
  • Auch bei Löhnen bleibt der Abstand spürbar: Vollzeitbeschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern verdienten 2025 im Schnitt 52.383 Euro brutto im Jahr, im früheren Westdeutschland waren es 66.171 Euro – ein Unterschied von 13.788 Euro, wie es auch im Zusammenhang mit der Pflegereform im Kabinett um regionale Unterschiede bei Abgaben und Einkommen geht.

Was passiert als Nächstes?

Ob und wie ein Grunderbe tatsächlich eingeführt wird, ist offen – der Bericht formuliert bislang nur die Idee, keinen Gesetzentwurf. Die öffentliche Anhörung zur Frühstart-Rente im Finanzausschuss des Bundestags ist für Montag, den 5. Oktober, angesetzt. Dort dürfte auch die Frage, wie stark die neue Leistung Ost und West tatsächlich annähert, eine Rolle spielen.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.