Wahlen
Berlin-Wahl am Sonntag: Wer in der letzten Umfrage jetzt vorn liegt
Zwei Tage vor der Abgeordnetenhauswahl liefert das ZDF-Politbarometer neue Zahlen. Das Rennen ums Rote Rathaus ist enger als je zuvor.

Von D247 Redaktion ·
Am Sonntag wählen die Berliner ein neues Abgeordnetenhaus. Kurz vor der Abstimmung hat die Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF noch einmal gefragt, wen die Hauptstadt will. Das Ergebnis zeigt ein Rennen, bei dem schon ein, zwei Prozentpunkte über den nächsten Regierenden Bürgermeister entscheiden können.
Wie knapp ist das Rennen ums Rote Rathaus?
Befragt wurden vom 14. bis 17. September insgesamt 1.611 Wahlberechtigte in Berlin, telefonisch und online. Die Zahlen sind eine Momentaufnahme, keine Prognose. Der Fehlerbereich liegt bei großen Parteien bei rund drei Prozentpunkten.
Genau das macht die Lage so offen. Gleich vier Parteien kämpfen um dieselben Wählergruppen: CDU, Linke, Grüne und SPD. Für die CDU tritt Stefan Evers an, für die Linke Elif Eralp, für die Grünen Werner Graf und für die SPD Steffen Krach. Am Donnerstagabend trafen die vier im Deutschen Theater zur letzten großen Debatte aufeinander.
Was hat sich seit 2023 verändert?
Bei der Wiederholungswahl 2023 lag die CDU mit 28,2 Prozent klar vorn. SPD und Grüne kamen damals auf jeweils 18,4 Prozent. Seitdem regiert in Berlin ein Bündnis aus CDU und SPD.
Doch von diesem Vorsprung ist wenig geblieben. Das beherrschende Thema im Wahlkampf ist das Wohnen. Etwa zwei Drittel der Berliner nennen die Mietenfrage als entscheidend für ihre Wahl. Viele sind mit der Bilanz des Senats beim Wohnungsbau unzufrieden. Auch die innere Sicherheit spielt eine Rolle, etwa der Umgang mit organisierter Kriminalität.
Wer hat laut Politbarometer die Nase vorn?
Die Linke liegt in der neuen Erhebung mit 22 Prozent knapp vor der CDU mit 20 Prozent. Beide verlieren im Vergleich zur Vorwoche je einen Punkt. Dahinter folgen die AfD mit 18 Prozent, die Grünen mit 15 und die SPD mit 12 Prozent. Das BSW kommt auf 4 Prozent und müsste um den Einzug bangen.
Auch bei der Frage nach der Spitzenfrau oder dem Spitzenmann ist es eng: 25 Prozent wünschen sich Elif Eralp als Regierende Bürgermeisterin, 24 Prozent Stefan Evers. Werner Graf kommt auf 12 Prozent. Eine weitere Umfrage des Instituts INSA vom Freitag sieht die Linke mit 21 zu 20 Prozent ebenfalls knapp vor der CDU.
Welche Koalitionen wären möglich?
Für das bisherige Bündnis aus CDU und SPD reicht es laut Politbarometer nicht mehr. Rechnerisch möglich wären ein Bündnis aus Linke, Grünen und SPD oder eine Koalition aus CDU, Grünen und SPD. Die CDU schließt eine Zusammenarbeit mit Linken und AfD aus. Die Linke will nach der Wahl auf einem Parteitag über eine mögliche Regierungsbeteiligung entscheiden.
Offen ist vor allem, wie sich die Unentschlossenen entscheiden. Fast jeder vierte Befragte, 23 Prozent, war sich kurz vor der Wahl noch nicht sicher, ob und wen er wählt.
Das sollten Sie jetzt wissen
- Die Wahllokale sind am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Maßgeblich ist das Wahllokal auf Ihrer Wahlbenachrichtigung.
- Mehr als 821.000 Berliner haben Briefwahl beantragt, rund 30 Prozent der Wahlberechtigten und damit mehr als 2023.
- Wer Briefwahl gemacht hat, muss den roten Wahlbrief so abgeben, dass er spätestens am Sonntag um 18 Uhr bei der zuständigen Stelle vorliegt.
- Landeswahlleiter Stephan Bröchler rechnet mit einer Beteiligung von 65 bis 70 Prozent. 2023 lag sie bei 62,9 Prozent.
- Umfragen haben eine Fehlertoleranz. Ein Abstand von zwei Punkten gilt statistisch als offen.
Erste Prognosen gibt es am Sonntag um 18 Uhr. Danach beginnt das Rechnen um Mehrheiten, und die Linke muss auf ihrem Parteitag entscheiden, ob sie regieren will.
Quellen
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