Wahlen
Wahl in Mecklenburg-Vorpommern: Jetzt dreht sich das Duell mit der AfD
Wochenlang lag die AfD in Mecklenburg-Vorpommern vorn. Drei Tage vor der Landtagswahl zeigt eine neue ZDF-Umfrage ein anderes Bild.

Von D247 Redaktion ·
Am Sonntag wählt Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Landtag. Lange galt die AfD als klarer Favorit im Nordosten. Doch kurz vor dem Wahltag hat sich das Kräfteverhältnis in einer neuen Umfrage für das ZDF verschoben. Das Duell zwischen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und AfD-Herausforderer Leif-Erik Holm ist so offen wie nie in diesem Wahlkampf.
Warum schaut ganz Deutschland auf den Nordosten?
In Mecklenburg-Vorpommern regiert seit 2021 ein Bündnis aus SPD und Linken. Damals holte die SPD 39,6 Prozent und lag weit vor der AfD mit 16,7 Prozent. Die CDU kam auf 13,3 Prozent, die Linke auf 9,9 und die Grünen auf 6,3 Prozent.
Seitdem hat sich die Stimmung stark gedreht. In den Umfragen der vergangenen Wochen lag die AfD durchweg vorn. Infratest dimap sah sie am 10. September bei 38 Prozent, die SPD bei 33. Das Institut INSA kam noch am 16. September auf 37 zu 35 Prozent für die AfD.
Was bewegt die Wähler wirklich?
Die wichtigsten Themen im Land sind laut ZDF Wirtschaft und Arbeitsplätze, Bildung und die Infrastruktur. Flucht und Asyl spielen für die Wähler eine geringere Rolle, als die Stärke der AfD vermuten lässt. Viel Frust richtet sich zudem gegen die Bundespolitik, etwa bei Renten, Spritpreisen oder der Ukraine-Hilfe. Darauf hat eine Landesregierung nur wenig Einfluss.
Besonders schwer hat es die CDU mit Spitzenkandidat Daniel Peters. Die Partei liegt im Land auf einem historischen Tief. Nach ZDF-Angaben leidet sie auch unter der geringen Beliebtheit von Bundeskanzler Friedrich Merz.
Wer liegt drei Tage vor der Wahl vorn?
Im neuen Politbarometer Extra der Forschungsgruppe Wahlen hat die SPD die AfD überholt. Die Sozialdemokraten kommen auf 37 Prozent, drei Punkte mehr als in der Vorwoche. Die AfD fällt um einen Punkt auf 36 Prozent. Befragt wurden vom 14. bis 17. September 1.395 Wahlberechtigte.
Den Ausschlag gibt offenbar die Amtsinhaberin. 61 Prozent wünschen sich Manuela Schwesig weiter als Regierungschefin, nur 30 Prozent Leif-Erik Holm. Die Linke liegt bei 9 Prozent, die CDU bei 6 und die Grünen bei 5 Prozent. Das BSW kommt auf 4 Prozent und würde den Einzug in den Landtag verpassen.
Reicht es für Rot-Rot?
Trotz des SPD-Aufschwungs würde die bisherige Koalition aus SPD und Linken ihre Mehrheit knapp verlieren. Ob es am Ende reicht, hängt auch davon ab, welche kleinen Parteien die Fünf-Prozent-Hürde schaffen. Die Grünen stehen genau an dieser Marke. Dazu kommt: 21 Prozent der Befragten waren noch unsicher, ob und wen sie wählen.
Das sollten Sie jetzt wissen
- Die Landtagswahl findet am Sonntag, 20. September, statt. Die Wahllokale öffnen um 8 und schließen um 18 Uhr.
- Der Abstand zwischen SPD und AfD liegt innerhalb der Fehlertoleranz von rund drei Punkten. Das Rennen ist also offen.
- Andere Umfragen der Woche sahen die AfD noch knapp vorn. Maßgeblich ist allein das Ergebnis am Sonntag.
- Parteien unter fünf Prozent ziehen nicht in den Landtag ein. Das betrifft laut Umfrage möglicherweise BSW und Grüne.
- Am selben Tag wählt auch Berlin ein neues Abgeordnetenhaus.
Die ersten Prognosen erscheinen am Sonntag um 18 Uhr. Danach entscheidet sich, ob Manuela Schwesig weiterregieren kann und mit wem.
Quellen
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