Wettertrend
Bodensee-Pegel fällt erstmals unter 2,50 Meter: So dramatisch ist die Dürre
Der Bodensee erreicht Ende September einen historischen Tiefstand. Was hinter dem Rekord steckt und wen es jetzt trifft.

Von D247 Redaktion · · aktualisiert
Der Bodensee ist noch weiter gesunken: Am Pegel Konstanz wurde am Sonntagabend, 4. Oktober, um 20 Uhr erstmals in diesem Herbst ein Wert von 2,49 Metern gemessen. Damit ist die symbolische Marke von 2,50 Metern erstmals unterschritten. Schuld ist die seit Monaten anhaltende Dürre im Alpenraum.
Wie leer ist der See wirklich?
Am 30. September lag der Pegel Konstanz noch bei rund 2,53 Metern, seitdem ist der Stand Tag für Tag weiter gesunken: 2,51 Meter am 1. Oktober, 2,50 Meter am 2. Oktober, und am Abend des 4. Oktober erstmals 2,49 Meter. Das geht aus den amtlichen Messwerten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (Pegelonline) hervor. Damit liegt der Bodensee weiterhin deutlich unter dem, was zu dieser Jahreszeit üblich ist. Betroffen sind vor allem Häfen und Uferzonen rund um den See.
In mehreren Häfen am deutschen Ufer, etwa in Immenstaad, Hagnau und Dingelsdorf sowie in Überlingen, ist die Beförderung von Rollstühlen und Fahrrädern derzeit nicht mehr möglich. Die Stege sind zu steil geworden, Sportboote müssen früher als sonst aus dem Wasser geholt werden, Regatten fallen aus.
Wie kam es zu diesem Tiefstand?
Die Ursache liegt nicht in einem einzelnen trockenen Sommer. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes und der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg fiel bereits im Winter 2025/26 in den Nordalpen ungewöhnlich wenig Schnee, in den Südalpen war es sogar die trockenste Saison seit 1991.
Seit März 2026 gab es keinen einzigen Monat mehr mit ausreichend Niederschlag. Allein im September fielen in Baden-Württemberg nur rund 19 statt der üblichen 70 Liter pro Quadratmeter. Gleichzeitig lag die Temperatur im Bundesland rund 3,3 Grad über dem langjährigen Mittel, was die Verdunstung zusätzlich antrieb. Auch die Zuflüsse wie der Alpenrhein führen entsprechend wenig Wasser.
Wo steht der bisherige Rekord?
Der bisherige Negativrekord für Ende September stammt aus dem Jahr 2003, als der Pegel Konstanz bei 2,63 Metern lag. Die aktuelle Marke liegt spürbar darunter. Zum Vergleich: Im langjährigen Mittel der Jahre 1991 bis 2020 erreicht der See seinen jährlichen Tiefstand erst im späten Winter, üblicherweise bei rund 2,71 Metern. Der historische Extremwert überhaupt stammt aus dem Winter 1858 mit 2,26 Metern.
Das Niedrigwasser-Informationszentrum geht davon aus, dass die Werte im weiteren Herbstverlauf eher weiter sinken. Einzelne Regenschauer würden daran nichts Grundlegendes ändern.
Wann wird es wieder besser?
Eine schnelle Erholung zeichnet sich nicht ab. Auch für die erste Oktoberhälfte rechnet der Deutsche Wetterdienst eher mit trockenem Wetter. Erst ausgiebige, mehrtägige Niederschläge könnten den Pegel spürbar anheben, ein einzelner Regentag reicht dafür nicht aus.
Das sollten Sie jetzt wissen
- Der Pegel Konstanz lag am Abend des 4. Oktober bei 2,49 Metern und damit erstmals in diesem Herbst unter der 2,50-Meter-Marke.
- Der bisherige September-Rekord von 2,63 Metern aus dem Jahr 2003 wurde bereits Ende September unterschritten.
- In mehreren Häfen am Bodensee können aktuell keine Rollstühle oder Fahrräder mehr per Schiff transportiert werden.
- Ursache ist eine seit dem Frühjahr anhaltende Dürre, verstärkt durch einen schneearmen Winter in den Alpen.
- Wer eine Bootstour oder einen Ausflug an den See plant, sollte sich vorab bei der jeweiligen Reederei über mögliche Einschränkungen informieren.
- Eine kurzfristige Erholung des Pegels ist laut Prognose nicht in Sicht.
Das Niedrigwasser-Informationszentrum will die Lage in den kommenden Wochen weiter beobachten und bei ausbleibendem Regen erneut Bilanz ziehen.
Quellen
- Pegelonline (Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes)
- Spektrum der Wissenschaft
- ms-aktuell.de
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.
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