Connect with us

Wettertrend

Rhein bei Kaub: Auf diesen Tiefstwert fiel der Pegel jetzt

Am wichtigsten Nadelöhr der Rheinschifffahrt ist der Pegel so weit gefallen wie noch nie. Was das für Frachtschiffe und die deutsche Wirtschaft bedeutet.

Symbolbild: Niedrigwasser an einem Fluss mit gestrandetem Frachtschiff
Symbolbild (KI-generiert)

Von ·

Am Rhein spitzt sich die Lage weiter zu. Bei Kaub, dem entscheidenden Nadelöhr für die Schifffahrt zwischen St. Goar und Mainz, ist der Pegel auf einen Wert gefallen, den es an dieser Stelle noch nie gab. Für Frachtschiffe und die deutsche Wirtschaft hat das spürbare Folgen, die sich in den kommenden Tagen noch verschärfen könnten.

Wie tief ist der Rhein aktuell wirklich?

Am Freitag, den 25. September 2026, fiel der Pegel bei Kaub auf 2 Zentimeter und unterbot damit den bisherigen Rekord von 7 Zentimetern vom 17. August 2026 deutlich. Am Sonntag darauf sackte der Wert weiter ab und rutschte erstmals auf minus 2 Zentimeter.

Die Zahl klingt dramatischer, als sie ist: Der Pegelstand ist eine Berechnungsgröße für die Schifffahrt und kein direktes Maß für die Wassertiefe. Tatsächlich liegt die Fahrrinne trotz der Minuswerte noch bei rund einem Meter Wassertiefe.

Warum ist Kaub so entscheidend?

Kaub gilt als der kritischste Punkt entlang des gesamten Rheins, weil die Fahrrinne dort besonders schmal ist. Sinkt der Pegel an dieser Stelle, wirkt sich das unmittelbar auf die gesamte Schifffahrt zwischen den Wirtschaftsräumen im Süden und den Nordseehäfen aus. Auch andere Messstellen melden historische Tiefstände: Düsseldorf sollte am Samstag unter minus 1 Zentimeter fallen, Duisburg-Ruhrort drohte, den bisherigen Tiefstwert von 129 Zentimetern zu unterschreiten. In Köln lag der Pegel am Freitag bei 49 Zentimetern, nur knapp über dem bisherigen Rekordtief von 45 Zentimetern.

Was bedeutet das für Wirtschaft und Schifffahrt?

Frachtschiffe müssen ihre Ladung wegen des Niedrigwassers stark reduzieren, um überhaupt noch durchzukommen. Der Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, Cyrus de la Rubia, bezeichnete den Rhein für große Teile der Transporte inzwischen als faktisch geteilt. Das führe zu Ineffizienzen und Lieferkettenproblemen, die sich bremsend auf die deutsche Wirtschaft auswirkten.

Auch die Rheinfähre bei Altrip musste ihren Betrieb wegen des niedrigen Wasserstands einstellen. Die zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsbehörde erklärte, die verfügbare Fahrrinnentiefe bleibe eingeschränkt und nehme mit der weiteren Entwicklung der Pegel eher noch ab.

Wie kam es zu diesem historischen Tiefstand?

Ursache ist eine anhaltende Trockenheit, die auf einen außergewöhnlich warmen Sommer folgte. Der Sommer 2026 war nach bisherigen Auswertungen der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen in Deutschland. Regen blieb über weite Strecken aus, sodass sich die Pegel an Rhein und Nebenflüssen kontinuierlich weiter absenkten, statt sich wie in einem durchschnittlichen Jahr zu erholen.

Das sollten Sie jetzt wissen

  • Bei Kaub fiel der Pegel von einem Rekordtief am Freitag auf minus 2 Zentimeter am Sonntag.
  • Trotz der Minuswerte bleibt real noch rund ein Meter Wassertiefe in der Fahrrinne erhalten.
  • Frachtschiffe können nur noch stark reduzierte Ladung transportieren, was Transporte verteuert.
  • Die Rheinfähre bei Altrip hat ihren Betrieb wegen Niedrigwasser eingestellt.
  • Auch Köln, Düsseldorf und Duisburg-Ruhrort meldeten neue oder nahende Rekordtiefstände.

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde sieht bislang keine nachhaltige Entspannung. Erst für die erste Oktoberwoche wird Regen erwartet, der zumindest vorübergehend für etwas höhere Pegel sorgen könnte.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.