Mercedes-Benz verhandelt derzeit mit den Betriebsräten über eine deutliche Ausweitung der Arbeitszeit für die Produktionsbelegschaft in Deutschland. Das Management schlägt vor, die reguläre Wochenarbeitszeit von 35 auf 38 Stunden zu erhöhen – ohne Lohnausgleich. Betroffen wären rund 108.000 Beschäftigte an den deutschen Standorten.
Was genau fordert das Management?
Nach Angaben aus den laufenden Gesprächen will Mercedes-Benz die wöchentliche Arbeitszeit der Produktionsbeschäftigten um drei Stunden anheben, ohne dafür mehr Lohn zu zahlen. Das Unternehmen begründet den Vorstoß mit den im internationalen Vergleich zu hohen Arbeitskosten am deutschen Standort. Ohne spürbare Einsparungen bei den Arbeitskosten drohe eine weitere Verlagerung von Produktionskapazitäten ins Ausland, heißt es aus dem Verhandlungsumfeld. Die Gespräche laufen unabhängig von der regulären Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie direkt zwischen Unternehmensleitung und Betriebsräten.
Wie reagieren Betriebsrat und Gewerkschaft?
Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Mercedes-Benz, Ergun Lümali, kritisierte den Vorstoß deutlich. Er bezeichnete eine Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich als verdeckte Lohnkürzung von rund 20 Prozent. Die IG Metall lehnt eine Abkehr von der 35-Stunden-Woche grundsätzlich ab und bezeichnet die tariflich vereinbarte Arbeitszeit als nicht verhandelbar. Der Betriebsrat stellte zudem klar, dass bislang nichts in diese Richtung vereinbart oder beschlossen worden sei.
Was bedeutet das für Beschäftigte?
- Betroffen wären rund 108.000 Beschäftigte in der Produktion an den deutschen Mercedes-Standorten.
- Eine Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich würde laut Betriebsrat einer Kürzung des Stundenlohns um etwa ein Fünftel entsprechen.
- Bislang handelt es sich um eine Forderung des Managements in laufenden Verhandlungen, keine beschlossene Regelung.
Was passiert als Nächstes?
Die Gespräche zwischen Mercedes-Benz-Management und den Betriebsräten dauern an. Ein Ergebnis ist bisher nicht abzusehen, ein offener Konflikt mit der IG Metall gilt als wahrscheinlich, sollte das Unternehmen an seiner Forderung festhalten. Erst kürzlich hatte sich Mercedes-Benz mit dem Betriebsrat auf bis zu vier verpflichtende Bürotage pro Woche für Verwaltungsbeschäftigte geeinigt – ein separates Thema, das ausschließlich die Verwaltung betrifft.
Ähnliche Arbeitszeit-Debatten gibt es derzeit auch bei Volkswagen, wo VW-Chef Oliver Blume längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich ins Gespräch gebracht hat, sowie rund um die Einigung zu Pflicht-Bürotagen bei Mercedes.
Quellen
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.