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Arbeitsmarkt

VW-Chef Blume will längere Arbeitszeiten: IG Metall spricht von Üblem Foul

Oliver Blume bringt mehr Wochen- und Jahresarbeitszeit für VW-Beschäftigte ins Gespräch, die IG Metall lehnt das strikt ab.

Produktionshalle eines Autoherstellers mit Fahrzeugkarosserien am Fließband
Symbolbild (KI-generiert)

Von · · aktualisiert

Update, 2. Oktober 2026: Die IG Metall hat scharf auf den Vorschlag von VW-Chef Oliver Blume reagiert, die Arbeitszeit der rund 130.000 Beschäftigten in Deutschland ohne Lohnausgleich zu verlängern. Niedersachsens IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger nannte den Vorstoß ein „übles Foul an der Belegschaft und erneut ein schamloser Versuch, in die Geldbeutel der Beschäftigten greifen zu wollen“. Zugleich warf er dem Vorstand einen „respektlosen und verantwortungslosen Umgang“ mit den Verhandlungspartnern vor – die Kündigung der Tarifverträge sei zuerst über die Medien bekannt geworden, nicht im direkten Gespräch mit der Gewerkschaft.

VW-Chef Oliver Blume bringt längere Arbeitszeiten für die rund 130.000 Beschäftigten von Volkswagen in Deutschland ins Gespräch. Begründung: Die Arbeitskosten lägen hierzulande etwa doppelt so hoch wie an anderen europäischen VW-Standorten. Die Ankündigung trifft auf eine ohnehin angespannte Lage, nachdem der Konzern gerade zehn Haustarifverträge zum 31. Dezember 2026 gekündigt hat.

Was Blume konkret vorschlägt

Dem Portal „The Pioneer“ sagte Blume, man müsse in der aktuellen Wettbewerbssituation mehrere Themen hinterfragen. Als mögliche Ansatzpunkte nannte er eine höhere Jahresarbeitszeit, etwa durch weniger Urlaubstage, sowie eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich. Konkrete Zahlen, wie viel länger Beschäftigte künftig arbeiten sollen, nannte er nicht. Die Details sollen laut Blume „in den nächsten Wochen und Monaten“ verhandelt werden.

Erst am Mittwoch hatte Volkswagen zehn von dreizehn Haustarifverträgen gekündigt, darunter den Manteltarifvertrag, der unter anderem Arbeitszeit und Urlaubstage regelt. Die Kündigung soll aus Unternehmenssicht Raum für neue Verhandlungen schaffen, der Vorstand will im Zuge seines Sparkurses zusätzlich Zehntausende Stellen abbauen.

Was bedeutet das für Beschäftigte?

  • Die 35-Stunden-Woche ist in der tarifgebundenen Autoindustrie Standard, aber nicht gesetzlich vorgeschrieben.
  • Mehr reguläre Wochenstunden ohne zusätzliches Geld würden die Lohnkosten je Arbeitsstunde unmittelbar senken.
  • Laut Unternehmenskreisen soll eine Arbeitszeitverlängerung vor allem dort ansetzen, wo bereits Mehrarbeit anfällt, nicht in Bereichen mit Personalüberhang.
  • Die Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 soll laut Unternehmen unangetastet bleiben.
  • Die IG Metall lehnt eine Ausweitung der Arbeitszeit kategorisch ab und kündigte an, sich „mit aller Macht“ dagegen zu stellen.

Was passiert als Nächstes?

VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo kündigte eine „heftige Auseinandersetzung zum Jahreswechsel“ an. Die gekündigten Tarifverträge laufen zum 31. Dezember 2026 aus, die Friedenspflicht endet damit zum Jahreswechsel – ab Januar 2027 sind dann Warnstreiks möglich, sollte bis dahin keine Einigung stehen. Der Streit um Arbeitszeit und Kosten reiht sich in eine branchenweite Debatte ein, zu der zuletzt auch der DGB-Protesttag mit 175.000 Teilnehmern gehörte. Auch bei Mercedes-Benz und BMW hatten Vorstände zuletzt offen über eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche beziehungsweise längere Arbeitszeiten nachgedacht.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.