Immobilien
Babyboomer und Immobilien: Kommt der große Preisverfall doch nicht?
Ein Drittel aller Einfamilienhäuser gehört Babyboomern. Fachleute erklären, warum die oft erwartete große Preis-Welle am Immobilienmarkt trotzdem ausbleiben dürfte.

Von D247 Redaktion ·
Millionen Babyboomer in Deutschland besitzen ein Eigenheim und werden in den kommenden Jahren älter. Viele Marktbeobachter sprechen deshalb von einem „Silver Tsunami“ – einer Welle freiwerdender Immobilien, die Preise drücken soll. Aktuelle Daten und Experteneinschätzungen zeigen: Diese Welle kommt deutlich langsamer als oft dargestellt.
Was steckt hinter dem Begriff?
Nach Berechnungen des Immobilienportals Jacasa gehört bundesweit mehr als ein Drittel der Ein- und Zweifamilienhäuser Menschen zwischen 60 und 80 Jahren, in einzelnen ostdeutschen Regionen sind es über 40 Prozent. Weil diese Generation in den kommenden 10 bis 20 Jahren altersbedingt auszieht, stirbt oder die Häuser an Erben übergibt, erwarten manche Analysten ein wachsendes Angebot an Wohneigentum – mit der Folge sinkender Preise, vor allem in strukturschwachen Regionen. Das würde die zuletzt ohnehin schon regional unterschiedliche Preisentwicklung weiter verschärfen.
Interhyp-Chef Jörg Utecht hält diese These jedoch für zu einfach gedacht. Auch der Immobilienforscher Thomas Beyerle von der Hochschule Biberach rechnet nicht mit einer plötzlichen Welle, sondern mit einer „langsam steigenden Flut“. Das Forschungsinstitut Empirica erwartet statt einer großen Verkaufswelle eher viele kleine, über Jahre verteilte Verkäufe.
Was bedeutet das für Kaufinteressierte?
- Wer auf stark fallende Preise durch einen plötzlichen Angebotsschub wartet, dürfte nach Einschätzung der Experten lange warten müssen. Der eigentliche Umbruch wird erst für die Jahre 2040 bis 2050 erwartet, wenn ein Großteil der Babyboomer über 80 Jahre alt ist.
- Nur rund 1,5 Prozent der Wohneigentümer im Rentenalter ziehen laut einer Analyse pro Jahr um – die meisten bleiben so lange wie möglich im eigenen Haus wohnen.
- Der Postbank Wohnatlas 2026 rechnet bis 2035 mit inflationsbereinigten Preissteigerungen von im Schnitt rund 0,41 Prozent pro Jahr bei Bestandswohnungen – regional aber mit sehr unterschiedlichem Vorzeichen.
- In gefragten Großstädten und im Süden Deutschlands dürften die Preise nach dieser Einschätzung eher steigen, in ländlichen Regionen Ost- und Mitteldeutschlands eher sinken, wie es auch der jüngste Überblick zu Stadt-Land-Unterschieden bei Häuserpreisen zeigt.
- Als Vergleich ziehen Marktbeobachter Japan heran: Dort ist die Bevölkerung in den vergangenen 15 Jahren um 5 Prozent geschrumpft, die Immobilienpreise sind trotzdem gestiegen.
Was heißt das für die Kaufentscheidung?
Wer auf einen panikartigen Angebotsüberhang durch die Babyboomer-Generation spekuliert, um günstiger zu kaufen, baut nach Einschätzung der Fachleute auf eine falsche Annahme. Wichtiger als der demografische Faktor bleiben für die Preisentwicklung Lage, Bauzustand und die lokale Nachfrage – und wie viele neue Wohnungen tatsächlich gebaut werden. Wer eine passende Immobilie findet, muss laut den Marktforschern nicht zwingend auf einen späteren, günstigeren Zeitpunkt warten, der sich erst in zwei bis drei Jahrzehnten abzeichnen könnte.
Quellen
- Interhyp: Immobilienkauf trotz „Silver Tsunami“
- Sparkasse.de: Silver Tsunami und der Immobilienmarkt
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.
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