Unternehmen
Autozulieferer WKW gerettet: So viele Jobs fallen trotzdem weg
Nach zwei Jahren Insolvenz hat der Zulieferer WKW aus dem Bergischen Land einen Käufer gefunden. Für einen Teil der Belegschaft ist das Aufatmen trotzdem vorbei.

Von D247 Redaktion ·
Der insolvente Autozulieferer WKW aus Wuppertal und Velbert steht vor der Rettung. Ein Investor will die Gruppe übernehmen, der Kaufvertrag soll in Kürze unterschrieben werden. Die drei deutschen Werke bleiben erhalten. Doch die Übernahme hat einen Preis, und den zahlt ein großer Teil der Beschäftigten.
Wer ist WKW – und was steht auf dem Spiel?
Die WKW-Gruppe gehört zu den großen Zulieferern im Bergischen Land. Das Unternehmen fertigt Zierleisten, Dachrelings sowie dekorative und funktionale Bauteile aus Aluminium, Stahl und Kunststoff. Zu den Kunden zählen deutsche Autobauer wie Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW. Als sogenannter Tier-1-Zulieferer liefert WKW direkt an die Hersteller.
Weltweit arbeiten rund 3.800 Menschen für die Gruppe, in Deutschland sind es etwa 1.550. Neben Wuppertal, Velbert und Sprockhövel gibt es Standorte in den USA, in Frankreich und in Tunesien.
Wie kam es zur Pleite?
WKW hatte vor rund zwei Jahren Insolvenz angemeldet. Insolvenzverwalter ist Joachim Exner. Seitdem lief die Produktion an allen Standorten weiter, während ein Käufer gesucht wurde.
Die Probleme sind typisch für die Branche. Die Autohersteller bauen weniger Fahrzeuge, dazu kommt der teure Umbau hin zur Elektromobilität. Viele Zulieferer geraten dadurch unter Druck. Die IG Metall spricht von einem dramatischen Schrumpfen der Autoindustrie.
Wer ist der geheimnisvolle Käufer?
Den Namen des Investors nennt das Unternehmen bisher nicht. Wegen einer Verschwiegenheitsvereinbarung bleibt er vorerst geheim. Bekannt ist nur: Es handelt sich um einen strategischen Investor, der an die Zukunft des Autostandorts Deutschland glaubt. Er soll auch die Werke im Ausland übernehmen.
Wie viele Arbeitsplätze fallen weg?
In Deutschland sollen rund 500 von etwa 1.550 Stellen wegfallen, also etwa ein Drittel. Übrig bleiben rund 1.050 Arbeitsplätze. Betroffen sind vor allem die Werke in Velbert und Wuppertal. Weltweit bleiben nach den Plänen mehr als zwei Drittel der Stellen erhalten.
Die Standorte selbst bleiben bestehen: WKW Engineering in Wuppertal, WKW Roof Rail in Velbert und WKW AnodiCoat in Sprockhövel. Wer gehen muss, soll nicht direkt in die Arbeitslosigkeit fallen. Die Beschäftigten können für bis zu sieben Monate in eine Qualifizierungsgesellschaft wechseln. Dort gibt es Weiterbildung und Hilfe bei der Jobsuche. Die IG Metall kündigte an, um jeden einzelnen Arbeitsplatz zu kämpfen.
Das bedeutet das für Beschäftigte
- Wer ein Angebot für die Qualifizierungsgesellschaft bekommt, sollte es vor der Unterschrift von Betriebsrat oder Gewerkschaft prüfen lassen.
- In einer Transfergesellschaft zahlt die Bundesagentur für Arbeit in der Regel Transferkurzarbeitergeld. Die Zeit dort wird nicht auf den Anspruch auf Arbeitslosengeld angerechnet.
- Melden Sie sich spätestens drei Monate vor dem Ende eines Arbeitsverhältnisses arbeitssuchend. Wer davon erst später erfährt, muss sich innerhalb von drei Tagen melden.
- Nutzen Sie die Monate für Qualifizierung: Gerade Fachkräfte aus Metall und Elektro werden in anderen Branchen gesucht.
Als Nächstes steht die Unterschrift unter den Kaufvertrag an, danach der formale Abschluss der Übernahme. Erst dann dürfte auch klar werden, wer hinter dem neuen Eigentümer steckt.
Quellen
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