Unternehmen
Galeria-Insolvenz: Gericht eröffnet vorläufiges Verfahren, Kebekus bestätigt
Die Warenhauskette Galeria hat beim Amtsgericht Düsseldorf Insolvenz angemeldet – den vierten Antrag in sechs Jahren. Rund 12.000 Beschäftigte in 83 Filialen sind betroffen.

Von D247 Redaktion · · aktualisiert
Update, 7. Oktober 2026: Das Amtsgericht Düsseldorf hat am 5. Oktober 2026 das vorläufige Insolvenzverfahren über die Warenhauskette Galeria eröffnet (Az. 502 IN 258/26). Der Sanierer Frank Kebekus ist damit offiziell als vorläufiger Insolvenzverwalter bestätigt. Kritisiert wird, dass Kebekus bereits die Verfahren von 2020 und 2022 begleitet hatte, was Zweifel an einer echten Neuausrichtung des Unternehmens weckt. Die Geschäftsführung kündigte an, die Lohnzahlungen für die kommenden Monate zunächst eigenständig sichern zu wollen. Ob die rund 12.000 Beschäftigten Insolvenzgeld erhalten, bleibt weiterhin ungeklärt, da das Amtsgericht Essen die gerichtliche Überwachung aus dem vorangegangenen Verfahren bislang nicht aufgehoben hat.
Die Warenhauskette Galeria hat am 2. Oktober 2026 beim Amtsgericht Düsseldorf einen Insolvenzantrag gestellt. Es ist bereits der vierte Insolvenzantrag des Unternehmens innerhalb von sechs Jahren. Betroffen sind rund 12.000 Beschäftigte in 83 Filialen.
Was ist passiert?
Galeria begründete den Schritt damit, der Antrag schaffe „den rechtlichen Rahmen, um die aktuelle Situation zu ordnen, das Unternehmen zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Zukunft zu schaffen“. Zu den konkreten Gründen für die erneute Schieflage äußerte sich das Unternehmen zunächst nicht. Die Filialen sollen vorerst regulär weiter öffnen.
Der Gesamtbetriebsrat hielt sich mit einer Bewertung zunächst zurück: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns zunächst auf die Belegschaft konzentrieren“, hieß es von dort auf Anfrage. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di äußerte sich inzwischen deutlicher: Ver.di-Bundesfachbereichsleiterin Handel, Silke Zimmer, sprach von „haarsträubenden Managementfehlern“, die zu der erneuten Insolvenz geführt hätten. In den vergangenen Jahren seien durch die Gesellschafter keine nachhaltigen Investitionen geflossen. Die Beschäftigten bräuchten jetzt „einen Plan für die Zukunft und keine Nebelkerzen“, so Zimmer.
Seit Sommer 2024 gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Die vorherigen Insolvenzanträge der Kette, die aus der Fusion von Karstadt und Kaufhof hervorging, datieren auf 2020, 2022 und 2024. Bereits im Juli 2026 waren 33 Standorte auf ihre Wirtschaftlichkeit hin überprüft worden, seither laufen an mehreren Filialen Verhandlungen mit Vermietern über die Mietkonditionen.
Der Niedergang von Galeria steht zugleich für den Rückzug klassischer Warenhäuser insgesamt: Laut dem Handelsforschungsinstitut EHI ist der Marktanteil von Kauf- und Warenhäusern seit 2020 von 4,2 Prozent auf zuletzt 1,2 Prozent gesunken. Über alle vier Insolvenzverfahren seit 2020 hinweg haben Gläubiger und der Staat dem Unternehmen nach Berechnungen rund 5 Milliarden Euro erlassen, ohne dass sich die wirtschaftliche Lage dauerhaft stabilisierte.
Was bedeutet das für Betroffene?
- Die 83 Filialen bleiben nach Unternehmensangaben vorerst geöffnet, der Betrieb soll normal weiterlaufen.
- Beim Insolvenzgeld gibt es diesmal eine Besonderheit: Das Amtsgericht Essen hat die Planüberwachung aus dem vorherigen Insolvenzverfahren bislang nicht aufgehoben. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit vom Juni 2026 können Beschäftigte Insolvenzgeld in der Regel aber nur beziehen, wenn das Unternehmen nicht mehr unter einer solchen gerichtlichen Überwachung aus einem früheren Verfahren steht. Ob und in welcher Form die rund 12.000 Mitarbeitenden diesmal Insolvenzgeld erhalten, ist deshalb noch offen.
- Welche der 33 bereits geprüften Standorte langfristig erhalten bleiben und welche schließen müssen, ist weiterhin nicht entschieden.
- Kundinnen und Kunden können vorerst weiter in den Filialen einkaufen, Gutscheine und Geschenkkarten sollten jedoch zeitnah eingelöst werden, da deren Gültigkeit im Insolvenzverfahren unsicher werden kann.
Was passiert als Nächstes?
Mit der Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens beginnt für Kebekus die eigentliche Sanierungsarbeit: Gespräche mit Vermietern an den 33 geprüften Standorten, mit Gläubigern und möglichen Investoren dürften sich in den kommenden Wochen fortsetzen. Ver.di fordert von der Geschäftsführung weiterhin rasche Aufklärung darüber, wie es für die Beschäftigten weitergehen soll. Entscheidend für die Frage des Insolvenzgeldes bleibt, ob und wann das Amtsgericht Essen die Überwachung aus dem vorangegangenen Verfahren beendet.
Quellen
- infranken.de: Galeria-Insolvenzantrag vom Gericht zugelassen
- onvista.de: Galeria stellt abermals Insolvenzantrag
- ad-hoc-news.de: Galeria stellt in Düsseldorf erneut Insolvenzantrag
- Tagesschau: Galeria taumelt in die vierte Insolvenz
- Handelsblatt: Galeria beantragt zum vierten Mal Insolvenz
- ver.di: Galeria 2026 – Beschäftigte brauchen jetzt Klarheit
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.
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