Der Energiekonzern EnBW hat am Donnerstag in Hamburg seinen Offshore-Windpark He Dreiht offiziell eingeweiht. Mit 960 Megawatt installierter Leistung ist er der größte Windpark in der deutschen Nordsee. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) nahm an der Feier teil.
Die Zahlen hinter dem Projekt
- 64 Windkraftanlagen des Herstellers Vestas mit je 15 Megawatt Leistung
- 236 Meter Rotordurchmesser, 142 Meter Nabenhöhe
- Standort rund 85 bis 90 Kilometer nordwestlich von Borkum auf einer Fläche von 63 Quadratkilometern
- Rechnerisch Strom für rund 1,1 Millionen Haushalte
- Investition von rund 2,4 Milliarden Euro
Gebaut ohne staatliche Förderung
He Dreiht gehört zu den ersten großen deutschen Offshore-Projekten, die ohne klassische staatliche Förderung entstanden sind. Statt über eine garantierte Einspeisevergütung finanziert sich der Park über langfristige Stromlieferverträge mit Abnehmern aus Industrie, Verkehr und Telekommunikation. Das Modell gilt als Test dafür, ob sich Windstrom auf See auch ohne Zuschüsse rechnet.
EnBW hält die Mehrheit an dem Windpark. Ein Konsortium institutioneller Investoren, zu dem die Allianz und der norwegische Staatsfonds gehören, ist mit 49,9 Prozent beteiligt.
Was der Windpark für die Energiewende bedeutet
Offshore-Windparks liefern gleichmäßiger Strom als Anlagen an Land, weil der Wind auf See stetiger weht. Für die Versorgung der Industrie im Süden ist allerdings entscheidend, dass die Leitungen vom Norden in den Süden rechtzeitig fertig werden. Mit He Dreiht verdoppelt EnBW nach eigenen Angaben nahezu sein bisheriges Offshore-Portfolio.
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