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Unternehmen

Zalando schließt Standort in Erfurt: So viele Jobs sind jetzt bedroht

Zalando macht sein Logistikzentrum in Erfurt dicht. Wie viele Jobs wirklich auf dem Spiel stehen, darüber streiten Unternehmen und Betriebsrat.

Geschlossenes Logistikzentrum mit leerem Parkplatz, Symbolbild
Symbolbild (KI-generiert)

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Zalando macht in Erfurt Schluss. Der Berliner Online-Modehändler schließt sein dortiges Logistikzentrum zum Monatsende – mitten in Thüringen stehen damit auf einen Schlag Tausende Arbeitsplätze auf der Kippe. Wie viele Beschäftigte am Ende wirklich betroffen sind, darüber gehen Unternehmen und Belegschaft offen auseinander.

Was ist in Erfurt passiert?

Der Dax-Konzern hat die Schließung seines Logistikstandorts in Erfurt zum Ende September 2026 bestätigt. Das Zentrum gehört zu den größeren Versandlagern von Zalando in Deutschland und wickelt seit Jahren einen wesentlichen Teil des Online-Versands für das Unternehmen ab.

Offiziell nennt Zalando rund 2.700 Beschäftigte, die von der Entscheidung betroffen sind. Der Vorstand begründet den Schritt mit einer strategischen Neuausrichtung des europaweiten Logistiknetzwerks.

Warum trifft es ausgerechnet Erfurt?

Hintergrund der Neuordnung ist nach Unternehmensangaben die Übernahme des Konkurrenten About You im vergangenen Jahr. Seitdem prüft Zalando, wie sich die Lagerkapazitäten beider Unternehmen in Europa sinnvoll zusammenlegen lassen.

Erfurt zählt in dieser Rechnung offenbar zu den Standorten, die sich aus Sicht der Konzernzentrale nicht mehr rentieren. Die Stadt und das Land Thüringen hatten in den vergangenen Jahren auf den Ausbau des Standorts gesetzt, auch mit Blick auf die vielen Arbeitsplätze abseits der klassischen Industrie.

Wie groß ist der Streit um die Zahlen?

Zwischen Unternehmen und Belegschaftsvertretung gibt es eine deutliche Differenz. Der Erfurter Zalando-Betriebsratsvorsitzende Tony Krause geht davon aus, dass mehr als 3.000 Jobs durch die Entscheidung des Vorstands bedroht sind.

Diese höhere Zahl schließt nach seiner Einschätzung auch Zeitarbeitskräfte und Beschäftigte von Dienstleistern mit ein, die im und um das Logistikzentrum herum arbeiten, aber nicht direkt bei Zalando angestellt sind. Das Unternehmen selbst bezieht seine Angabe von 2.700 Betroffenen offenbar nur auf die eigene Stammbelegschaft.

Was passiert jetzt mit den Beschäftigten?

Zalando hat nach eigenen Angaben Gespräche mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan aufgenommen. Co-Vorstandschef David Schröter kündigte im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ finanzielle Unterstützung für die betroffenen Beschäftigten an. Der Konzern habe sich auf einen spürbaren finanziellen Beitrag eingestellt, so Schröter.

Ein Termin, bis wann der Sozialplan stehen soll, wurde bislang nicht genannt. Für die Beschäftigten bedeutet das: Die konkreten Bedingungen für Abfindungen, Fristen und mögliche Anschlussangebote sind noch offen.

Das sollten Sie jetzt wissen

  • Betroffene Mitarbeitende sollten sich frühzeitig arbeitssuchend bei der Agentur für Arbeit melden, sobald eine Kündigung oder ein Aufhebungsvertrag feststeht.
  • Der Sozialplan regelt in der Regel Abfindungshöhen, Fristen und mögliche Transfermaßnahmen – ein Blick in die konkreten Unterlagen lohnt sich, sobald sie vorliegen.
  • Beschäftigte von Zeitarbeitsfirmen und Dienstleistern am Standort sollten direkt bei ihrem eigentlichen Arbeitgeber nachfragen, da sie formal nicht in Zalandos Sozialplan fallen.
  • Die regionale Arbeitsagentur in Erfurt bietet häufig gezielte Beratung für Beschäftigte großer Betriebsschließungen an, etwa zu Qualifizierung und Jobvermittlung.
  • Wer unsicher ist, ob eine Kündigungsfrist korrekt eingehalten wurde, kann sich kostenlos bei der Gewerkschaft oder einer Rechtsberatung informieren.

In den kommenden Wochen soll klarer werden, wie der Sozialplan konkret aussieht und wie viele der mehr als 3.000 von Krause genannten Stellen tatsächlich wegfallen. Zalando und Betriebsrat wollen die Verhandlungen zeitnah fortsetzen.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.